Kreis Südliche Weinstraße Freilichtkino auf Tennisplatz
„Mit dieser Resolution setzen wir einen Akzent für Jugendfreundlichkeit“, war der Appell, mit dem Juliane Heinrich, Sophie Keul, Johanna Sommer und Annalena Schwarz dem Stadtbürgermeister am Donnerstag im Haus des Gastes die Resolution übergaben. Die Schülerinnen der 13. Klasse setzen sich in einer Arbeitsgemeinschaft in der Schule für ein generationenübergreifendes und nachhaltig attraktives Bad Bergzabern ein und engagieren sich auch mit einem Stand auf dem Hameckermarkt. Es sei ein erneuter Versuch, die Anregungen, die vor einem Jahr kein Gehör fanden, vorzubringen, so die Schüler. Kritisiert wird in der Resolution, dass die vielen jungen Menschen nur wenige Angebote in der Stadt finden, dass die historische Innenstadt wenig belebt ist und dass die Beziehung zwischen Jung und Alt fehlt. Spielplatz, Volleyballfeld, mehr Events wie ein Picknick im Park oder eine Feuerstelle mit Hütte sind unter anderem Vorschläge für den Kurpark. Auf die Idee, den ehemaligen, heute verdreckten und nicht nutzbaren Tennisplatz unterhalb der Edith-Stein-Klinik als Freilichtkino zu gestalten, reagierte Ludwig direkt. Das Projekt werde umgesetzt, der Platz demnächst von Unkraut und Unrat befreit. Die jungen Leute wünschen sich auch mehr Geschäfte für die Jugend und auf dem ab April monatlich stattfindenden Hameckermarkt mehr Stände, die junge Leute ansprechen. Vorgeschlagen wurden unter anderem ein Teestand, exotisches Essen, das von ausländischen Mitbürgern angeboten wird, Stände von Vereinen oder Dekostände. Gewünscht wurde auch eine bessere abendliche und nächtliche Verkehrsanbindung an die umliegenden Gemeinden. „Wir wissen, dass zahlreiche Akteure die Entwicklung von Projekten sowohl fördern als auch behindern, dennoch denken wir, dass vieles möglich ist“, so die Schüler in ihrer Resolution. Was im Zentrumsmanagement der Stadt im vergangenen Jahr möglich war, referierte Susanne Schultz. „Bad Bergzabern hat gute Voraussetzungen auf Grund seiner Lage und der hohen Qualitäten“, so die Zentrumsmanagerin. 31 Personen engagierten sich derzeit in der Image-AG des Zentrumsmanagements. Dazu kämen viele Helfer bei einzelnen Projekten, wie dem Hameckermarkt. Sie sehe, dass sich das Image der Stadt verbessert habe, war ihre Einschätzung. Schulz kündigte viele neue Ideen an, die sie in der Schublade habe. Unter anderem die Gründung einer Standortgemeinschaft, eine Hameckerzeitung, die über die neuesten Entwicklungen in der Stadt informieren soll, eine Hameckerfigur auf dem Marktplatz und die „Perlen“ der Stadt in Form von Metallkugeln im öffentlichen Raum. Die geplante Öffnung des Erlenbachs im Kurpark stellte Projektleiter Dirk Jelinek vor. „Es wird keinen Grand Canyon im Kurpark geben“, antwortete Ludwig auf die Bedenken eines Bürgers, die Öffnung werde zu breit. Im vergangenen Jahr hatte die ipr Consult aus Neustadt das Projekt im Verbund mit zwei weiteren Firmen federführend übernommen. Erste Pläne, die eine Uferbreite von bis zu zehn Metern und eine Bachtiefe von zwei Metern vorsahen, sind vom Tisch. Der Erlenbach soll wesentlich oberflächennaher fließen. Dies sei machbar, so der Planer, der dadurch ein erhebliches Einsparpotenzial bei den veranschlagten Kosten von 3,8 Millionen sieht. Das Büro plant ein erreichbares und erlebbares Gewässer. Auf die Frage eines Bürgers, ob im Sommer noch Wasser fließe, hieß es: „Dafür werden wir mit dem Einbau von Reserven sorgen.“ Baubeginn soll im Frühjahr 2019 ein, Fertigstellung im Herbst 2019. „Ambitioniert aber machbar“, so Jelinek. „Mehr Mut, mehr Engagement, nach vorne schauen“, war am Ende der Bürgerversammlung die Aufforderung einer Besucherin.