Weissenburg Franzosen erneuern Bahnstrecke im Elsass

Der Bahnhof in Weißenburg. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs wurde gerodet.
Der Bahnhof in Weißenburg. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs wurde gerodet.

Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Weißenburg im Elsass und Straßburg haben begonnen. Bis voraussichtlich Ende August werden ersatzmäßig Busse bis nach Hagenau verkehren.

Der Bahnhof von Weißenburg ist voraussichtlich bis Ende Juli noch von der Pfalz aus per Zug zu erreichen. Dann gibt es einen Schienenersatzverkehr oder Reisemöglichkeiten per Bus ab Landau oder via Bad Bergzabern. Die derzeit in Frankreich veröffentlichten Fahrpläne gelten bis zum 28. Juli.

Als vor drei Jahren die Verantwortung für den größten Teil der rund 20 Regionalstrecken in der Region Grand Est auf die Region überging, waren sie in einem desolaten Zustand. Eine Analyse ihrer grenzüberschreitenden Strecken wurde angeordnet, da die Region diese in einem deutsch-französischen Projekt in eine verbesserte Verkehrsbedienung einbeziehen will. Die Ergebnisse waren überraschend schlecht. Beschlossen wurde ein Sanierungsprogramm, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.

Keine zwei Bauprojekte parallel

Der französische Netzbetreiber – SNCF Reseau – verlangt grundsätzlich für die Umsetzung von Bauarbeiten einen dreijährigen Vorlauf, so dass jetzt gestartet werden konnte. In Absprache mit den deutschen Partnern soll sichergestellt werden, dass nicht gleichzeitig an der Strecke von Lauterburg nach Roeschwoog gebaut wird. Von daher ist es hilfreich, dass der deutsche Streckenabschnitt zwischen Wörth und Lauterburg im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Steuerzentrale in Germersheim zugleich saniert wurde und jetzt wieder befahrbar ist.

Das Sanierungsprogramm für den Abschnitt Lauterburg – Straßburg liegt ebenfalls vor, dort finden aber auch noch Diskussionen über die längerfristige Bedeutung der Bahnstrecke im europäischen Rheintalnetz statt.

Nach langer Zeit wieder ein Güterzug

Um die Arbeiten an der Strecke Neustadt – Straßburg durchführen zu können, wurde im Bereich des Bahnhofs Weißenburg das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs gerodet. Dort wurde ein Baustofflager sowie eine Bauzentrale eingerichtet. Von daher war auch erstmals seit Jahren wieder ein langer Güterzug im Bahnhof Weißenburg zu sehen. Er brachte den Schotter für die Erneuerung der mehr als sechs Kilometer langen Gleise. Darüber hinaus stehen Arbeiten an Bachdurchlässen und Brücken aus, ebenso am Bahndamm selbst. Mit dieser Erneuerung ist auch der teilweise Einbau von Betonschwellen vorgesehen.

Berücksichtigt werden bei den Sanierungsarbeiten auch die Tatsache, dass die Züge künftig schneller unterwegs sein sollen als bisher – zwischen Weißenburg nach Hagenau wurde die Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer auf 130 erhöht.

Was in die Arbeiten investiert wird

Rund 12 Millionen Euro sollen in die Sanierung der Bahnlinie investiert werden. Die Region Grand Est muss davon etwas mehr als die Hälfte übernehmen, der französische Staat übernimmt 40 Prozent der Kosten, der Rest verbleibt bei SNCF Reseau, wobei die Region Grand Est derzeit einen neuen Infrastrukturbetreiber für diese Strecken und auch für andere Strecken sucht. So wurde die Sanierung der Strecke von Nancy nach Contrexeville in Bau und Betrieb ebenfalls europaweit ausgeschrieben.

Die auf der Strecke zwischen Weißenburg und Hagenau zum Einsatz kommenden Ersatzbusse sind verkehrlich auf die Anschlüsse in Richtung Straßburg ausgerichtet. Von den jetzt im Elsass umgesetzten Sanierungsarbeiten ist dann auch noch die Bahnstrecke von Straßburg nach Saargemünd betroffen – im Anschluss daran sind dann noch größere Umbaumaßnahmen vorgesehen.

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