Kreis Südliche Weinstraße Flower Power in der Kurstadt

25 Schauspieler im Alter von zwölf bis 80 Jahren sind beim Straßentheater dabei.
25 Schauspieler im Alter von zwölf bis 80 Jahren sind beim Straßentheater dabei.

Ja, es hat sie gegeben, die Hippiezeit in Bad Bergzabern, wie die Recherche von drei Autoren beweist, die das Drehbuch für das neue Straßentheater geschrieben haben. „Hydroquantumquam“ nennt sich damals eine Kommune in der Kurstadt, ein Lehrer erscheint in Latzhosen zum Unterricht. Am Sonntag hat das Stationentheater „All you need is love, Flower Power in Bad Bergzabern – von wegen Provinz“ Premiere.

„Wir haben alle Ausgaben der RHEINPFALZ von 1968 bis 1976 in der Hand gehabt, um Geschichten zu recherchieren“, erzählt Mitautor und Regisseur Peter Reuter. Mit den Autoren Ute Kliewer und Wolfgang Allinger hat er das neue Drehbuch recherchiert und geschrieben, das Trio kennt sich seit vielen Jahren. Im vergangenen Jahr ging das letzte Bad Bergzaberner Spektakel, das viele Jahre als erfolgreiches historisches Stationentheater in der Stadt aufgeführt wurde, über die Bühne. „Alle waren traurig, dass es vorbei war, und Regisseur Martin Doll stand durch einen Umzug bedingt nicht mehr zur Verfügung“, erzählt Peter Reuter. Etwas Neues sollte aufgeführt werden, das jetzt nicht mehr Spektakel, sondern Straßentheater heißt. Die Hippiezeit, ein halbes Jahrhundert her, habe sich angeboten, sagen die Autoren bei einer der letzten Proben, bevor es ernst wird. 25 Darsteller im Alter von zwölf bis 80 Jahren sind dabei, manche sind neu dazugekommen, andere, die lange beim Bad Bergzaberner Spektakel dabei waren, spielen nicht mehr mit. „Gitarrist Carlo Papparlado ist ein echter Gewinn“, sagen die Autoren zur musikalischen Begleitung mit Liedern zum Mitsingen wie „Obladi Oblada“ von den Beatles, „San Francisco“ von Scott McKenzie und natürlich „All you need is love“, dem Song der Flower-Power-Bewegung. Die Darsteller, teils bekannt aus dem Geschäfts- oder dem öffentlichen Leben der Stadt, sind in den selbst entworfenen Kostümen kaum wiederzuerkennen. Mit bunten Bändern im Haar, in Latzhosen mit nacktem Oberkörper oder mit dem bodenlangen schwarzen Gewand eines Priesters. In acht Szenen an historischen Orten der Stadt werden verschiedene Anekdoten einer Zeit erzählt, in der ein Teil der Jugend ein freies und friedliches Miteinander gelebt hat. Auftakt ist am Schloss, dort herrscht Aufregung im Stadtrat, eine Hippiehochzeit soll verhindert werden, weil die nur „Tohuwabohu“ machen. Es sind teils fiktive Szenen, teils Szenen, die auf Tatsachen beruhen. „Es macht Spaß“, findet der 32-jährige Andreas Cebulksi, der nicht nur den Bräutigam spielt, sondern auch die Figur des Hameckers als Markenzeichen der Stadt verkörpert und bei der Dörrenbacher Eselsbühne aktiv ist. „Andreas, denkst du an den Joint?“, gibt ihm Reuter als Aufgabe für die Premiere mit auf den Weg. Info Beginn des Straßentheaters ist am Sonntag, 10. Juni, um 15 Uhr auf dem Schlossplatz, der Eintritt inklusive eines Glases Sekt kostet zehn Euro. Vorverkauf beim Tourismusbüro, im „Kaffeefleck“ am Ludwigsplatz und bei Spiel und Spaß in der Königstraße. Teilsperrungen von 14 Uhr bis 18 Uhr gibt es in der Marktstraße, Königstraße, Pfarrgasse und Weinbergstraße sowie in Bären- und Kettengasse.

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