Klingenmünster RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehr und Bauhof bald unter einem Dach

Die Südseite mit dem Eingang zum Bauhof.
Die Südseite mit dem Eingang zum Bauhof.

Mehr als ein Jahrzehnt warten die Feuerwehrleute in Klingenmünster auf ein neues Gebäude. Nun soll alles ganz schnell gehen. Bis Ende 2023 soll der Neubau stehen. Die konkreten Pläne wurden nun vorgestellt. Auch eine Kostenschätzung liegt vor. Die gefällt aber nicht allen.

Am Ortsausgang von Klingenmünster in Richtung Heuchelheim ist ein rund 2,7 Hektar großes Gewerbegebiet geplant. Bis zu zwölf Gewerbegrundstücke sind dort vorgesehen. Auf einem davon wird die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern ein neues Feuerwehrhaus für die Wehr Klingenmünster bauen. In dem Gebäude wird auch der örtliche Bauhof sein neues Zuhause finden. Gewisse Synergieeffekte versprechen sich beide Seiten davon. In der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Bauausschusses der Verbandsgemeinde hat Architekt Jens Huck aus Klingenmünster seinen Planentwurf für den Neubau vorgestellt.

Zu Beginn der Sitzung erinnerten Bürgermeister Hermann Bohrer und der für die Feuerwehren zuständige erste Beigeordnete Martin Engelhard an den langen Weg, den man in Sachen neues Feuerhaus zurückgelegt hat. Bereits 2011 hatte die Ortsgemeinde der VG ein Grundstück im Neubaugebiet „Schelmengärten“ für den Bau des Feuerwehrhause übertragen. Auch damals hatte man Architekt Jens Huck mit der Planung beauftragt. 2017 kam man schließlich zu dem Ergebnis, dass die Bebauung des Grundstück mit einem Feuerwehrhaus entsprechend der heutigen Anforderungen nahezu unmöglich sei. Es begann die Suche nach einer Alternative.

Umkleideraum mit 39 Plätzen

Das Grundstück ist 4190 Quadratmeter groß. Es liegt direkt an der L493, im Ernstfall ein großer Vorteil. Rund 2600 Quadratmeter des Geländes beansprucht die Feuerwehr, gut 740 Quadratmeter der Bauhof. Sowohl bei der Flächenaufteilung als auch bei der Bruttogeschossfläche ergeben sich eine Aufteilung von 72 Prozent für die Verbandsgemeinde und 28 Prozent für die Ortsgemeinde, rechnete Huck vor. Die Ortsgemeinde Klingenmünster hat dieser Aufteilung bereits zugestimmt.

„Ich habe viele Planungsgespräche mit der Feuerwehr geführt und die Wünsche, so weit wie möglich, erfüllt“, sagte Huck. Vorgesehen ist ein großer Umkleideraum mit 39 Plätzen. Außerdem sind ein Mannschaftsraum, ein Büro für die Wehrführung und ein Technikraum eingeplant, auch die Jugendfeuerwehr soll einen eigenen Raum erhalten. Der Bauhof bekommt einen separaten Eingang und einen eigenen Umkleideraum. Küche und Toiletten sollen gemeinsam genutzt werden. Auch ist nur ein Heizraum für das gesamte Gebäude vorgesehen. Im Ausschuss tauchte die Frage auf, ob das sinnvoll sei, schließlich müssten ja die Betriebskosten genau auf Orts- beziehungsweise Verbandsgemeinde zurechenbar sein. „Natürlich gibt es unterschiedliche Zähler, das ist technisch überhaupt kein Problem“, beruhigte Huck die Ausschussmitglieder.

Gesamtkosten liegen bei knapp vier Millionen Euro

Hinter dem Gebäude soll ein Waschplatz entstehen, der ebenfalls von Bauhof und Feuerwehr genutzt werden soll. An Parkplätzen wird auf dem Gelände kein Mangel herrschen. „Wir müssen mindestens so viele Parkplätze vorhalten, wie es Sitzplätze in den Feuerwehrfahrzeugen gibt“, erläuterte Huck. Für die vier Fahrzeuge, die die Freiwillige Feuerwehr Klingenmünster besitzt, schließt sich eine geräumige Halle an das Gebäude an. Die Kostenberechnung dafür überzeugte nicht alle Ausschussmitglieder.

Auf knapp vier Millionen Euro werden die gesamten Baukosten geschätzt. Auf den Bereich der Feuerwehr und damit die Verbandsgemeinde entfallen gut 3,12 Millionen Euro, auf den Bauhof und damit die Ortsgemeinde Klingenmünster etwa 800.000 Euro. Etwa 65 Quadratmeter Fläche sind für jedes Feuerwehrauto vorgesehen. Jeder der vier Stellplätze soll nach Hucks Berechnungen etwa 114.000 Euro kosten. „Das erscheint mir beim Blick auf andere Feuerwehrhäuser ein bisschen viel“, sagte Matthias Neufeld (CDU). Er nannte als Beispiel Ottersheim in der VG Bellheim, wo für 1,3 Millionen Euro ein Feuerwehrhaus mit vier Stellplätzen gebaut wurde. „Und auch das neue Feuerwehrhaus in Leinsweiler hat vier Stellplätze und kostet nur 1,2 Millionen Euro“, so Neufeld. Bürgermeister Bohrer versprach, dass die Verwaltung bei den genannten Verbandsgemeinden nachfragen werde.

Aufgrund der geschätzten Kosten müssen die weiteren Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden. Damit wird das Rechtsanwaltbüro Webeler in Koblenz beauftragt, dessen Angebot bei 24.000 Euro liegt. Die Verbandsgemeinde hat in ihrem Etat 2022 schon einmal rund 300.000 Euro für Planungskosten vorgesehen.

Die Nordansicht des Feuerwehrhauses, links in der Halle ist Platz für vier Fahrzeuge.
Die Nordansicht des Feuerwehrhauses, links in der Halle ist Platz für vier Fahrzeuge.
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