Kreis Südliche Weinstraße
Feuerwehr Billigheim-Ingenheim: Aktionstag voller Erfolg
Sich fühlen wie ein Feuerwehrmann – das konnten sich am Samstag die Besucher des Aktionstages der Freiwilligen Feuerwehr Billigheim-Ingenheim. Die Mannschaft hatte Menschen mit Behinderungen zu sich eingeladen, um die Arbeit der Wehr kennenzulernen. Mitanpacken erwünscht.
Mit Blaulicht und eingeschalteter Sirene biegt der Einsatzwagen der freiwilligen Feuerwehr Billigheim-Ingenheim auf den Zufahrtsweg der Einsatzzentrale. Mitglieder der Jugendfeuerwehr und ausgebildete Feuerwehrmänner springen aus dem Wagen. Alles, was man zum Löschen benötigt, laden sie aus. Weshalb sie genau dort einen Einsatz vorbereiten, wo sie üblicherweise ausrücken, ist einfach erklärt: Bei der Freiweilligen Feuerwehr Billigheim-Ingenheim war am Samstag Aktionstag für Menschen mit Behinderung. Und das bereits zum zweiten Mal. Die Brandbekämpfer wollen den Teilnehmern damit auf spielerische Art vermitteln, was alles zur Arbeit der Feuerwehr gehört. Das berichtet Sascha Neu, Hauptinitiator der Veranstaltung.
Das Verhältnis zu Feuerwehrmännern stärken
Die Idee dazu hatte Neu gemeinsam mit Arbeitskollege Stefan Gimbel. Beide arbeiten im Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Queichheim. Als der Feuerwehrmann seinen Kumpels bei der Wehr davon berichtete, seien alle sofort dabei gewesen, erzählt er. Rund zehn Feuerwehrleute aus Billigheim-Ingenheim sowie einige Jungs von der Jugendabteilung sind am Samstag im Einsatz. Es sind etwas mehr als 30 Menschen mit Behinderung gekommen. „Einige bereits zum zweiten Mal“, bemerkt Gimbel. Auf die Teilnehmer warten mehrere Mit-Mach-Stationen. Es sind Aufgaben, die sich bei Einsätzen stellen. Solche Aktionen bauten Brücken zwischen den Menschen mit Beeinträchtigung und den Feuerwehrleuten, erläutern Neu und Gimbel. Im Ernstfall könne das sehr hilfreich sein, sind die beiden überzeugt. Und was wird an diesem Tag geboten? Es gibt etwa die Spritzwand, an der man testen kann, ob man das nötige Zielwasser zum Bekämpfen von Bränden mitbringt. In erster Linie ist es aber ein großer Spaß für die Besucher.
Kegeln mit einem Feuerwehrschlauch
An einer anderen Station können die Teilnehmer unter Anleitung der Feuerwehrmänner den hydraulischen Spreizer oder die Rettungsschere ausprobieren. Eigentlich kommen die schwergewichtigen Geräte bei Verkehrsunfällen zum Einsatz, jetzt sind sie gefragt, um einen Tennisball von einer Pylone zur nächsten zu bugsieren. Und das klingt einfacher als es ist. Ein geübter Feuerwehrmann könne mit dem hydraulischen Werkzeug ein rohes Ei von A nach B transportieren, berichtet Neu. Was auch gut bei den Menschen mit Behinderung ankommt, nennt sich Schlauchkegeln. Hierbei müssen sie den Feuerwehrschlauch möglichst gerade und vollständig ausrollen, um die Kegel zu erwischen. Ebenfalls kniffelig, da der Schlauch recht schwer ist, vor allem in durchnässtem Zustand, erläutert der 35-jährige Neu. Die letzte Station besteht aus einem dunklen und eingenebelten Raum, in dem eine Wärmebildkamera die Augen ersetzt. Bei Einsätzen sei die Kamera enorm wichtig, um Personen, Glutnester oder Brandherde ausfindig zu machen, weiß Feuerwehrmann Nicola Krämer, der die Teilnehmer mit der Wärmebildkamera durch den Rauch begleitet. Der Aktionstag mit seinem spielerisch-lehrreichen Ansatz kommt gut an.
Zurück zum Feuerwehreinsatz: Obwohl simuliert, wirkt er durchaus authentisch. Die Jugendfeuerwehr zeigt ihr ganzes Können. Und das Publikum schaut den Akteuren gebannt zu. Sie rollen die Schläuche aus und verbinden sie miteinander. Als schließlich alles zusammenhängt gibt’s den Befehl, „Wasser marsch!“. Die vorher flachen Schläuche füllen sich. Als das Wasser spritzt, klatschen die Zaungäste Beifall. Dann dürfen auch sie sich bei der Löschübung beteiligen.