Kreis Südliche Weinstraße Feines für die Vögelchen
Zwei Tage lang herrschte ungewohnt lebendiges Treiben im Dorfgemeinschaftshaus von Dimbach. Zur Winter-Werkstatt des Landkreises Südwestpfalz hatten etwa 21 Kinder aus den Verbandsgemeinden Hauenstein und Dahner Felsenland die ehemalige Schule in Beschlag genommen, um Futterbehälter für Vögel zu basteln.
Für Kreisjugendpflegerin Elke Hamm war es das erste Winterprojekt, das sie mit Kindern organisiert hat. Diesmal hatte sie Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren aufgerufen, wobei die Altersgrenze nicht so streng gezogen wurde. Die Aufgabe war es, geeignete und einfach herzustellende Behälter für die Winterfütterung von Vögeln in der freien Natur zu bauen. Das Forstamt Hinterweidenthal unterstützte das Vorhaben. Es hatte auch zwei erfahrene sogenannte Ranger für die Aktion freigestellt. Stefan Ehrhardt und Michael Hammer standen gerne mit Ratschlägen und praktischer Hilfe zur Seite. Ihre Hauptaufgabe war es, über offenem Feuer das Futter in einem mächtigen, eisernen Topf zu kochen. Dazu hatten sie Pflanzenfett in handelsüblichen Barren mitgebracht, erhitzten es und schütteten Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Kleie und Hirse hinein, bis ein formbarer Brei entstand. Das Fettfuttergemisch durften die Kinder in ihre fertigen Futterkästen füllen. Die Masse wurde in der Kälte rasch fest. Seinen Futterkasten durfte jeder mitnehmen und zu Hause aufhängen. Wer wollte, der konnte sich auch noch weitere davon bauen. Die benötigten Holzbrettchen hatte das Forstamt geliefert. Sie mussten zu einem an der Vorderseite offenen Kasten zusammenbastelt werden. Wer Hilfe brauchte, dem half bereitwillig der 13 Jahre alte Marc aus Dimbach. Einer von den Jüngsten, der achtjährige Paul, war im Eifer mit dem heißen Draht des „Brenn-Peters“ in Berührung gekommen. Das hielt ihn nicht ab, die Bretter seines Kastens weiter mit eingebrannten Figuren und Ornamenten zu verzieren, während er den Finger in kaltem Wasser kühlte. Andere Kinder schrieben Jahreszahlen oder Widmungen auf ihre Kästen. Im Grunde hätten sich die Kinder als handwerklich sehr geschickt erwiesen, versicherte Hamm, vor allem die aus dem Dorf selbst. Dimbachs Ortsbürgermeister Thomas Funck sei von dem Projekt geradezu begeistert gewesen, sagte sie. Die Eltern hatten als Unkostenbeitrag für jedes Kind zehn Euro bezahlt. Darin enthalten war neben der Betreuung auch ein gemeinsames Mittagessen in der Dorfschenke. Von den Rangern erfuhren die Kinder viel über die Bedeutung naturgemäßer Winterfütterung von freilebenden Vögeln. |ppo