Hochstadt
Familie mit ungewöhnlicher Kindererziehung bei RTL2-Sendung
In den ersten drei Monaten nach der Geburt sollte man einem Baby genau zuhören, findet die Hochstadterin Gabriele Herbst. Denn ob es auf Toilette muss, Hunger hat oder sonstige Bedürfnisse gestillt werden müssen, könne man genauer heraushören als viele denken. „Die Babysprache hat verschiedene Töne. Wenn man lernt, diese zu lesen und versteht, was das Baby will, dann hat man schnell ein zufriedenes Kind“, verrät Herbst. Wenn man zum Beispiel genau verstehe, wann das Kind auf Toilette müsse, brauche man theoretisch keine Windel, so die Idee.
2019 kam ihr drittes Kind Leticia auf die Welt. Da Gabriele Herbst Heilpraktikerin ist und alternativen Erziehungsmethoden aufgeschlossen ist, wollte sie die „windelfreie“ Methode ausprobieren. Und tat das nicht allein. Mit dabei war nämlich ein Kamerateam der RTL2-Sendung „Babyalarm – Eltern am Limit“. „Mein Mann ist Fotograf. Wir haben über Instagram Fotos von Leticia mit dem Hashtag #Juni2019Baby veröffentlicht. Daraufhin hat die Produktionsfirma uns angefragt“, erzählt Gabriele Herbst und berief den Familienrat ein. „Wir haben uns dann dazu entschlossen mitzumachen, da die Bilder doch eine schöne Erinnerung an die Zeit sind.“
„Mammutaufgabe“ für Familie
Die Situation gefiel dem Sender: Der zwölfjährige Elias und der zehnjährige Johan wünschten sich ein Haustier oder ein weiteres Geschwisterchen – so heißt es im Beschreibungstext der Folge, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde. Da kommt Leticia ins Spiel. Und mit der ungewöhnlichen Methode eine „Mammutaufgabe“ für die Familie.
Doch was beinhaltet die Methode genau? Hört jemand heraus, dass das Kind auf Toilette muss, wird es abgehalten. Familie Herbst tat das meist über einem sogenannten Asia-Töpfchen, einem kleinen Topf, auf den das Kind sich setzen kann. Alternativ aber auch über dem Waschbecken. „Dabei geht es darum, bedürfnisorientiert für das Kind zu handeln. Die Methode hat nichts mit Sauberkeitserziehung zu tun“, sagt Gabriele Herbst. Laut der Heilpraktikerin müsse die Methode in den ersten drei Monaten angewandt werden, sonst würden die Kinder sich daran gewöhnen, dass sie keine Signale mehr senden müssen.
Kamerateam wurde Teil der Familie
Wie in der Folge von Babyalarm zu sehen ist, zogen auch die beiden Brüder von Leticia mit. „Sie waren voll dabei und haben es teilweise sogar schneller rausgehört als wir, was die Kleine wollte“, sagt Gabriele Herbst. Die Mutter betont aber auch, dass die Familie anders als in der TV-Produktion dargestellt, nicht komplett auf die Windeln verzichtet habe. Leticia habe meist eine Windel zur Sicherheit getragen.
Gabriele Herbst hat ambulant entbunden. Gleich nachdem sie aus dem Krankenhaus nach Hause kam, war das Kamerateam von RTL2 dabei. Das sei zu Beginn noch etwas komisch gewesen. „Sie waren die ganze Zeit aber immer sehr diskret und feinfühlig und haben gemerkt, wann es passt und wann nicht. Sie haben irgendwann zur Familie dazugehört“, sagt Gabriele Herbst. Das Team habe die Familie drei Monate lang begleitet und sei an etwa 20 Tagen dabei gewesen.
„Kinder sind kleine Erwachsene“
Mittlerweile hat die Hochstadter Familie erneut Nachwuchs bekommen. Das vierte Kind Merlin Pepe ist drei Monate alt und wurde genauso wie Leticia großgezogen und abgehalten. „Bei ihm hat es noch besser funktioniert“, erzählt Gabriele Herbst. „Wenn man sieht, dass es funktioniert, ist es eigentlich Wahnsinn, was das Kind in den ersten Monaten verliert, wenn man nicht auf es hört. Kinder sind kleine Erwachsene, die mit uns reden wollen.“
Info
Die Folge gibt es online bei RTL Plus zu sehen.