Kreis Südliche Weinstraße Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten

Vom Vize aufgestiegen: Karl-Friedrich Junker
Vom Vize aufgestiegen: Karl-Friedrich Junker

An der Spitze des Kreisverbandes Südliche Weinstraße im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd steht künftig Karl-Friedrich Junker (55) aus Impflingen. Der bisherige Stellvertreter wurde bei der Vertreterversammlung am Donnerstagabend in Impflingen mit 74 Ja-Stimmen bei acht Enthaltungen einstimmig gewählt.

Junker löst Reinhold Hörner (Hochstadt) ab, der als neuer Weinbaupräsident der Pfalz nach 20 Jahren nicht mehr kandidierte. Winzer Junker ist seit 13 Jahren Mitglied im Kreisvorstand, davon zehn Jahre als Vize. Seit 19 Jahren führt er die Bauern- und Winzerschaft in Impflingen, ist seit zehn Jahren Mitglied im Hauptausschuss des Weinbauverbandes und gehört seit 20 Jahren dem Ortsgemeinderat an. Zum neuen stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt wurde bei fünf Nein-Stimmen Thomas Knecht (48) aus Herxheim, der seit zwei Jahrzehnten als Beisitzer dem Kreisvorstand angehört. Der scheidende Reinhold Hörner erinnerte daran, dass er als 20-Jähriger vom damaligen Kreisvorsitzenden Ludwig Fleischer als Vertreter der Landjugend in den Kreisvorstand der Bauern- und Winzerschaft berufen wurde. Nach Fleischer, Dieter Ziegler und Fritz Steegmüller habe er vor 20 Jahren die Verantwortung als Kreisvorsitzender übernommen. Hörner und Roland Bellaire (Neupotz), GER-Kreisvorsitzender, zogen für die 1600 beziehungsweise 500 Mitglieder starken Kreisverbände Bilanz des Jahres 2017 und gingen auf die Wetterkapriolen sowie deren Konsequenzen für die Erntemengen ein. Die Spätfröste hätten schon früh beim Obst die Hoffnungen auf eine gute Ernte zunichte gemacht. Im Weinbau hätten die Erntemengen um bis zu 20 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Es sei zu hoffen, dass die Winzer nicht durch die geringere Erntemenge wieder Marktanteile in den Regalen verlieren. Hörner berichtete auch von 23 Einsätzen zur Hagelabwehr. Der bisherige Kreisvorsitzende ließ keinen Zweifel daran, dass ihm als Präsident des Weinbauverbandes sehr daran gelegen sei, die Pfalzwein wieder ein Stück näher an den Verband zu binden, schließlich seien die Ausgaben nach dem Absatzförderungsgesetz Gelder, die die Winzer zur Förderung der Vermarktung der Weine einbezahlen. Kritisch setzte sich Hörner mit der Auswirkung des Mindestlohns für die Landwirtschaft auseinander. Während die Landwirte die Mehrkosten irgendwie verdauen müssten, drücke der Handel auf die Preise. Hörner sieht keine Hoffnung für Entspannung in diesem Bereich. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt (Göllheim) fasste den Rückblick auf das zurückliegende Jahr wie folgt zusammen: „Das Wetter, die Ernte und die Preise 2017 – alles mehr als bescheiden.“ In seinem Referat „Anforderungen der heimischen Landwirtschaft an die zukunftsorientierte Agrarpolitik“ forderte Hartelt von der Politik Verlässlichkeit für die Landwirtschaft, langfristige Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Der Berliner Koalitionsvertrag biete wenig Konkretes, hauptsächlich gut gemeinte Absichtserklärungen bezüglich einer gestärkten Landwirtschaft.

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