Kreis Südliche Weinstraße Erste Hilfe für Südafrika

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Am 22. September machen sich die Mitstreiterinnen des Ubuhlobo-Projekts aus Bad Bergzabern um Rolf Meder wieder auf den Weg nach Südafrika. Im Distrikt Sarah Baartman werden sie vier Wochen lang Erste-Hilfe-Kurse in Gemeindezentren, Kirchen und Behindertenheimen geben.

Inzwischen gibt es fast an jeder rheinland-pfälzischen Schule einen Schulsanitätsdienst. Am Alfred-Grosser-Gymnasium wird der aber besonders intensiv und vielfältig gepflegt. „Während des Schuljahres sind wir bei allen Schulveranstaltungen vor Ort“, erzählt die Zwölftklässlerin Maya. „Wir geben aber auch Erste-Hilfe-Kurse, zum Beispiel für Erzieher oder Flüchtlinge“, ergänzt ihre Mitschülerin Barbara. Beide freuen sich schon auf das nächste Abenteuer auf das sich die Schulsanitäter begeben werden: Vier Wochen Südafrika. Rolf Meder, ehemaliger Lehrer am Alfred-Grosser-Gymnasium und Mitglied bei den Maltesern, macht diese Reise inzwischen im 19. Jahr. Er nimmt dazu immer sieben Schüler mit. Auch diesmal sind sieben 18-jährige Schulsanitäterinnen dabei. „Das sind hochausgebildete Leute. Sie haben alle Sanitäterausbildungen und diverse Zusatzausbildungen, etwa für Sportverletzungen oder Kindernotfälle“, schwärmt Meder, der 2014 das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, von seiner Truppe. In Südafrika ist Meder durch seine insgesamt 39 Einsätze schon bekannt. VW wird die Gruppe mit einem Kleinbus ausrüsten, der Distrikt, also der Landkreis, kommt für Kost und Logis auf und die Airline lässt die Sanitäter mit Freigepäck reisen. „Das ist besonders praktisch, weil wir auch das Material für die Kurse mitbringen“, so Meder. In Port Elizabeth werden die Schülerinnen und Meder täglich zwei dreieinhalbstündige Kurse geben. Jedes Mädchen hat einen Teil des Kurses vorbereitet und ins Englische übersetzt. Die Moderationskärtchen sind vorbereitet. „Spätestens nach dem zweiten Kurs braucht man die aber nicht mehr,“ prophezeit Maya, die schon im Vorjahr dabei war. „Man wird schnell sicherer und gewöhnt sich an die englische Sprache.“ Im Gegensatz zu den Kursen in Deutschland hat sie in Afrika die Erfahrung gemacht, dass die Menschen weniger Routine in Erster Hilfe haben, es lustiger zugeht und andere Fragen gestellt werden. „Unsere Arbeit wird dort sehr geschätzt. Wenn wir einen Kurs in einer Kirche geben, dann jubeln uns die Menschen zu und küssen uns die Hände“, erzählt Maya, der soviel Aufmerksamkeit manchmal unangenehm ist. „Der Bedarf an unseren Kursen ist immens“, sagt Meder. Teilweise kämen auch Krankenschwestern und Polizisten, außerdem gibt es Kurse für das Personal in Behindertenheimen und Kindergärten. Die Abiturientin Rosana, die Meder schon einige Male begleitet hat, berichtet von einem Erlebnis, das sie besonders betroffen gemacht hat: „In einem Behindertenheim erzählte uns eine Mutter, dass ihr Kind durch falsche Behandlung im Krankenhaus behindert geworden sei. Die Ärzte haben nicht mal mit ihr darüber geredet, sondern ihr einfach einen Zettel neben das Kind gelegt.“ Solche Erlebnisse und die Eindrücke von Armut und Elend sind es, die die Afrikareise besonders anstrengend machen, weiß auch Meder: „Wir haben immer mal wieder Zeit uns körperlich auszuruhen, aber den Schülerinnen fällt es oft schwer, die Zustände vor Ort zu verarbeiten.“ Mit ihrem Bus sind die Bergzaberner auch in abgelegenen Dörfern und Townships unterwegs.

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