Kreis Südliche Weinstraße Erste Dienerin der VG
Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Herxheimer Festhalle am Donnerstagabend, als Franz-Ludwig Trauth (CDU) seine letzte Verbandsgemeinderatssitzung als Bürgermeister eröffnete. „Für Sie, Frau Braun, wird am 1. September ein neuer Lebensabschnitt beginnen – für mich natürlich auch“, begann Trauth seine Begrüßung mit launigen Worten. Erstmals seit der Gründung 1972 werde eine Frau an der Spitze der Verbandsgemeinde Herxheim stehen, betonte der scheidende Rathauschef. Trauth, der mindestens bis 2019 Ortsbürgermeister in Herxheim bleiben wird, sagte, es habe bisher gute Gründe gegeben, dass die Ämter des Orts- und des Verbandsbürgermeisters in Personalunion geführt worden seien. „Das Modell hat den Vorteil, dass man Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln sieht“, sagte Trauth. Nun werde die Personalunion aufgelöst. „Das macht es für mich bald spürbar leichter“, so Trauth. Er bot seiner Nachfolgerin eine konstruktive Zusammenarbeit an und wünschte ihr eine glückliche Hand. „Für einen reibungslosen Übergang habe ich alles getan“, versicherte Trauth. „Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, dann ist es der Glaube an die eigene Kraft.“ Mit einem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach begann Hedwig Maria Braun, die alle Hedi nennen, nach ihrer Vereidigung ihre erste Rede als Bürgermeisterin. Ein lange gehegter Wunsch sei nun Wirklichkeit, so Braun. Sie wolle zusammen mit den Ortsbürgermeistern aus Herxheimweyher, Insheim und Rohrbach sowie der Ortsvorsteherin des Ortsbezirks Hayna das Bestmögliche für die „liebenswerten Ortschaften“ erreichen. Das gelte natürlich auch für Herxheim. „Das Wohl unserer Heimatgemeinde ist uns beiden wichtig“, sagte Braun in Richtung ihres Amtsvorgängers, der künftig im Ortsbürgermeisterbüro im Erdgeschoss des Herxheimer Rathauses residieren wird. „Die räumliche Nähe im Rathaus schafft ideale Voraussetzungen für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis“, sagte Hedi Braun. Sie sicherte Trauth zu, ihm „mit Herzblut und Engagement zur Seite zu stehen“. Eine kooperative Zusammenarbeit versprach Braun auch ihren Bürgermeisterkollegen aus den anderen Verbandsgemeinden, die fast ausnahmslos zur Gratulation gekommen waren, sowie den Mitgliedern des Kreistags und den Vertretern aus benachbarten Ortsgemeinden. „Ich freue mich darauf, das ein oder andere mit Ihnen gemeinsam verwirklichen zu dürfen“, sagte Braun. Eine jederzeit offene Tür versprach Braun „den Mitarbeitern in meiner Verwaltung“. Sie zitierte Friedrich den Großen: „Ich bin der erste Diener meines Staates.“ Im übertragenden Sinne sehe sie sich als erste „Dienerin unserer Verbandsgemeinde“. Hedi Braun will großen Wert auf Bürgernähe legen. Sie kündigte an, dass es ab Oktober jeden ersten und dritten Montag im Monat zwischen 16 und 18 Uhr eine Bürgersprechstunde geben werden. Umsetzen wolle sie möglichst viele der Anliegen, die die Bürger in der von Braun initiierten Meinungsumfrage geäußert haben. „Im Rahmen meiner Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den Gremien der Orts- und Verbandsgemeinde werde ich mutig und ohne zu zögern Neues anpacken, Ideen entwickeln, Chancen ergreifen und tatkräftig umsetzen“, versprach Braun. Die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs sei eine der größten Herausforderungen. Eine der ersten Gratulantinnen war Landrätin Theresia Riedmaier (SPD). Sie wünschte Braun Mut, Erfolg und Glück, denn gerade bei einem Neuanfang nach einer Wahl gebe es oft übergroße Wünsche seitens der Bürger. Braun habe bei der Wahl einen großen Vorschuss an Vertrauen bekommen, so Riedmaier. „Wir alle, Bürgermeister, Kreistagsmitglieder oder Ratsmitglieder sind für eine bestimmte Zeit gewählt, aber wir treffen Entscheidungen, die häufig weit über diese Zeit hinausgehen“, betonte die Landrätin. Besonders wichtig sei Glaubwürdigkeit. „Mein Lebensmotto lautet: Sagen, was man will und tun, was man sagt. Das bringt Glaubwürdigkeit.“ Für die Fraktionen im VG-Rat sprachen Markus Dudenhöffer (CDU), Jörg Dähne (SPD), Andreas Ehmer (FWG), Walter Bahlinger (Grüne) und Edelbert Müller (FDP) Grußworte. Sie wünschten sich eine gute Zusammenarbeit mit der neuen Rathauschefin und dankten ihrem Vorgänger für eben diese. Für die 109 Beschäftigten der VG begrüßte Ulrike Daun, Vorsitzende des Personalrats, die neue Chefin. Mit Franz-Ludwig Trauth habe es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben, das wünsche man sich auch mit Hedi Braun. (jpa)