Kreis Südliche Weinstraße Endlich mal gute Nachrichten vom Hahn

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Offenbach. Seit der Pleite des Flughafens Hahn hat Geflügel in Rheinland-Pfalz einen schlechten Stand. Dabei sind die gefiederten Tiere völlig unschuldig. Davon können sich die Besucher der 50. Südpfälzischen Geflügelschau morgen und am Sonntag in Offenbach überzeugen. Wir haben deshalb mit Fritz Rüffel, 71, Chef des Geflügelzuchtvereins, ein Hühnchen gerupft. Ein nicht ganz ernst gemeinstes Interview.

Herr Rüffel, Sie sind seit zehn Jahren Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Offenbach. Haben Sie in Ihrer Amtszeit schon mal Federn lassen müssen?

Na ja, wir haben halt wie fast alle Vereine Probleme mit dem Nachwuchs. Oft sind die Großeltern bei ihren Enkeln noch hinterher, aber die werden irgendwann flügge – und dann sind sie weg. Sonst geht es bei uns aber ziemlich harmonisch zu, wir haben keine Streithähne. Am Wochenende richtet Ihr Verein die 50. Südpfälzische Geflügelschau aus. Wenn man keine Ahnung von Gänsen oder Hühnern hat, warum sollte man dort vorbeischauen? Hühner sind unglaublich vielfältig, die Federn, die Farben. Das ist toll. Bei unserer Schau können sich Besucher 640 Tiere anschauen – Gänse, Enten, Hühner, Zwerghühner und Tauben. Das ist doch was. Wie sieht für Sie eigentlich ein perfektes Huhn aus? Jeder Züchter hat da natürlich seine ganz eigenen Vorstellungen, aber es gibt da gewisse Vorgaben. Ich habe meine Hühnerrasse seit 1958, sie heißt Italiener Gelb. Ein komischer Name irgendwie, aber diese Rasse gibt es in 26 Farben. Die Tiere sehen einfach schön aus. Sie mögen also bunte Vögel. Klar, alles andere wäre ja auch irgendwie langweilig. Eine Jury bewertet die Tiere auf Ihrer Geflügelschau. Auf was achten die Preisrichter? Sie schauen sich die Federlage an, die Schwänze, den Farbton, den Kamm. Und vieles mehr. Da wird ein ganzer Katalog abgearbeitet. Eine Wissenschaft für sich, sage ich Ihnen. Warum züchten Sie eigentlich? Ich liebe einfach diese Tiere. Sie sind sehr lebhaft, besonders meine Italiener. Sagt ja schon der Name. Außerdem ist das Züchten immer reizvoll. Ich ziehe jedes Jahr 200 bis 300 Küken groß. Und jedes Mal versucht man, den richtigen Hahn mit der richtigen Henne zu paaren. Das ist gar nicht so einfach, macht aber viel Spaß. Geben Sie ihren Tierchen Namen? Nein, da würde ich den Überblick verlieren. Haben Sie in Göcklingen schon mal bei der Deutschen Meisterschaft im Gockelkrähen mitgemacht? Nein, noch nicht. Das ist eine tolle Veranstaltung. Aber wir haben das im Verein auch schon gemacht. Mit wem verbringen Sie mehr Zeit: mit Ihrer Frau oder Ihren Hühnern? (lacht) Ich verbringe natürlich viel Zeit mit meinen Hühnern, aber meine Frau liebe ich mehr. Info Die 50. Südpfälzische Geflügelschau ist morgen und am Sonntag in der Ausstellungshalle des Geflügelzuchtvereins in Offenbach, Konrad-Lerch-Weg 1. Die Schau öffnet morgen um 14 Uhr für Besucher, sonntags ist sie von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Für Essen und Trinken sorgt der Verein. | Interview: Andreas Schlick

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