Kreis Südliche Weinstraße Ein Leben mit dem Krebspatienten

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Fadil Brovina leitet die Palliativ-Abteilung der Biomed-Klinik in Bad Bergzabern, die zwar schon drei Jahre als medizinische Betreuung existiert, aber erst vor einem Jahr offiziell anerkannt wurde. Es gibt dort sechs Betten, ein Stationszimmer, eine Küche, einen Aufenthaltsraum – und einen Raum der Stille. Und darin ist es wirklich still. Die Möbel sind von den beiden Kirchengemeinden gespendet. Drei Skulpturen aus Holz und Stein sind aufgebrochen, sie symbolisieren den Krebs, die Zerstörung der Unversehrtheit des eigenen Körpers. Auf einen Nenner gebracht geht es auf der Palliativ-Station darum, die Lebensqualität zu verbessern, sagt Brovina. Gerade dann, wenn Krebspatienten in ihren Behandlungspausen Probleme wie Atemnot, Angststörungen, Depressionen oder Schlafstörungen bekämen. „Es geht darum, diese kritischen Phasen zu überbrücken“, sagt er. Die Aufenthaltsdauer der Patienten in dieser Zeit liege zwischen acht Tagen und drei Wochen. In der Regel werde versucht, das maximale Behandlungsprogramm in zwei Wochen zu durchlaufen. Erst wenn die Therapie nicht helfe, stehe das Hospiz als letzter Schritt an, erklärt Brovina. Rund ein Drittel aller Toten in Deutschland hätten Krebs gehabt, verdeutlicht der Arzt im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Dimension dieser Todesursache. Die sechs Zimmer der Palliativstation sind „wohnliche“ Einzelzimmer, aber groß genug, um ein zweites Bett dazuzustellen, damit auch Angehörige übernachten können. Der Behandlungsraum ist laut Brovina mit der modernsten Medizintechnik ausgestattet. Es gibt auch einen Röntgenraum. Um bei den Betroffenen die gedankliche Last zu lindern, stehen auch drei Psychoonkologen und eine Sozialarbeiterin zur Verfügung. Zum Abschluss des Rundgangs durch die Biomed-Klinik mit der Frauenselbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ aus Dahn erklärt sich ein älteres Ehepaar spontan bereit, die Gruppe zu empfangen. Nur zwei oder drei der über 20 Frauen betreten das Zimmer. Eine Frau auf dem Flur murmelt leise: „Ich kann da nicht rein.“ Die Bekannte neben ihr versteht, was in ihr vorgeht. Gleichwohl: Die Patientin im Zimmer kann am nächsten Tag mit ihrem Mann nach Hause, freut sich der Arzt mit der älteren Dame. Ein vorerst versöhnliches Ende im Kampf gegen das wuchernde Unheil. Die Frauen der Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ Dahn um ihre Vorsitzende Andrea Gnirß applaudieren dem Arzt und lassen sich anschließend vom Chefarzt Friedrich Migeod die Abteilung Hyperthermie zur Bekämpfung von Krebs zeigen.

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