Kreis Südliche Weinstraße „Ein Gefühl wie Weihnachten“

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„Die sind jetzt überrascht vom neuen Lebensraum“, weiß der Fischereireferent der Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd (SGD) Thomas Oswald, als 5000 winzige Lachse wie jedes Jahr in die Strömung der Wieslauter bei der Brücke St. Remy in Schweighofen in die Freiheit entlassen werden. Bewiesen ist, dass sie seit 2008 vom Atlantik zum Laichen wieder in die Südpfalz zurückkommen.

Seit 2004 werden die fünf bis acht Zentimeter großen Lachssetzlinge vom Landesfischereiverband Pfalz in Kooperation mit der BASF und der SGD Süd wieder in die Wieslauter eingesetzt, bis heute sind es über 50.000. „Den Winter über bleiben sie jetzt in der Wieslauter, dann schwimmen sie in den Rhein, in die Nordsee und in den Atlantik. Dort bleiben sie ein bis drei Jahre, bis sie zurückkommen“, erklärt Oswald. Und er strahlt über das ganze Gesicht, denn die Fische sind – wissenschaftlich erwiesen – zurückgekommen. „Das ist ein Gefühl wie Weihnachten, wenn man die Laichgruben sieht“, sagt er. 2009 wurden erstmalig an der Wehranlage Scheibenhardt Junglachse aus natürlicher Reproduktion nachgewiesen. Das bedeutet, dass 2008 die ersten Rückkehrer abgelaicht haben. Mit dabei sind auch Exemplare von rund zehn Kilo und einem Meter Länge. „Die Laichgruben sind rund vier Quadratmeter groß, die Lachse legen rund 15.000 Eier ab“, erzählt der Fischexperte. Überleben werden davon rund 15 Prozent. Begrüßt wurden die Gäste von Gustav Pade, Vorsitzender des Pfälzer Fischereiverbandes, der die erfolgreiche Geschichte des Lachsbesatzes Revue passieren ließ. „Es hat funktioniert, sie kommen zurück“, freute sich auch SGD-Vizepräsident Hannes Kopf. In den 50er Jahren war der Lachs verschwunden, durch die europäischen Wasserrahmenrichtlinien seien jetzt Wassergüte und Durchgängigkeit wieder gewährleistet. Das bestätigt auch die Präsidentin der elsässischen Fischer, Nadine Schweinberg, denn die Wieslauter ist ein grenzüberschreitendes Gewässer und wird von den Fischern von „hiwwe un driwwe“ gepflegt. Nachgewiesen wurden bisher rund 30 Fischarten, unter anderem Trüsche, Groppe Schlammpeitzger und Bachneunaugen. „Es war nicht einfach, aber die Zusammenarbeit ist gelungen“, ist das Resümee der Präsidentin an einem für Frankreich besonderen Tag. Denn seit dem vergangenen Freitag gibt es in unserem Nachbarland keine Plastiktüten mehr. Bisher mussten die Fischer häufig Plastiktüten aus der Wieslauter holen, die für den Tod vieler Fische verantwortlich waren. Joachim Seibring von der Abteilung Umweltschutz der BASF war vor seinem Ruhestand zum letzten Mal in offizieller Funktion dabei. „Wir wollen mit dieser Kooperation zeigen, wie wichtig uns Umwelt- und Artenschutz sind“, betonte er mit dem Versprechen, auch in nicht-offizieller Mission wieder dabei zu sein und als Gast in eine „wunderbare Landschaft“ zu kommen. |pfn

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