Kreis Südliche Weinstraße Ein Festsaal für alle
Nicht nur Bad Bergzabern, auch die Region hat einen neuen Festsaal. Der Bau des knapp 100 Quadratmeter großen Saals im Innenhof des Hauses am Schloss im Zentrum der Stadt, das der ökumenischen Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern gehört, steht vor der Vollendung. Ende August wird er eingeweiht. Ein Besuch auf der Baustelle.
„Es soll ein Saal für alle werden“, formuliert Bruno Kühn, zweiter Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sozialstation, das Ziel. Es wurde knapp eine halbe Million Euro in die Sanierung des Gebäudes und den Neubau des Festsaals im ehemaligen Kreisaltenheim investiert, das die Sozialstation im Herbst 2015 für 600.000 Euro vom Kreis gekauft hat (wir berichteten). „Es war eine spannende Finanzierung, wir hatten viele Sitzungen und auch emotionale Diskussionen, bis das Konzept stand“, erinnert sich Annette Bauer, Mitglied des 16-köpfigen Verwaltungsrats, der die Entscheidungen getroffen hat. Integriert ist der moderne Bau in den Südflügel des Gebäudes und in die historischen Räume aus dem Jahr 1720. Die durchgehende Glasfront mit verschiebbaren Elementen gibt den Blick auf den Hof frei, auf dem wieder das historische Pflaster verlegt wird. Der Saal wurde in einer ungewöhnlichen Holzständerbauweise mit einem begrünten Flachdach gebaut und grenzt auf der einen Seite an die Mauern des Schlosses, dem Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung. LED-Bänder in der Decke sorgen für die Beleuchtung. Auf der anderen Seite ist der Zugang zum historischen Südflügel, der saniert wurde und in dem Garderobe und Küche untergebracht sind. Die alten Sandsteinwände wurden erhalten, ein Eingang und vorher zugemauerte Fenster integriert, in zwei kleinen Mehrzweckräumen wurden die Bodenplatten aus Sandstein erhalten. Ein besonderes Beleuchtungskonzept soll die bei den Bauarbeiten entdeckte Schießscharte aus Sandstein ins rechte Licht rücken. „Es kamen unvorhergesehene Ausgaben von 65.000 Euro“, sagt Bruno Kühn. Aber es hätten auch Kosten eingespart werden können. Alle Beteiligten hätten sich bemüht, den Zeitplan einzuhalten. „Es war wichtig, auch einen großen Raum für unsere Mitarbeiter, zum Beispiel für Schulungen, zu haben“, sagt die Pflegedienstleiterin Birgit Weis im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Mehr als 100 Pflegekräfte sind bei der Sozialstation beschäftigt, die derzeit rund 480 Menschen in der Region versorgt. Es soll aber nicht nur ein Raum für Mitarbeiter der Sozialstation oder für Veranstaltungen der Zentralen Anlaufstelle für Senioren werden. Der Festsaal soll auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Wir sind für alle Themen offen, seien es Vorträge oder kulturelle Veranstaltungen. Der Saal kann auch privat gemietet werden und bietet Platz für knapp 100 Besucher“, sagt Verwaltungsleiterin Edelgard Kindler. Noch läuft der Endspurt bei den Bauarbeiten, aber bis zur offiziellen Eröffnung wird alles fertig sein, sind sich alle Beteiligten sicher. Info Die Einweihung des neuen Festsaals ist am Samstag, 26. August. Der ökumenische Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr und wird vom Kirchenchor Wernersberg mitgestaltet. Ein Unterhaltungsprogramm wird am Nachmittag angeboten, mit einem Zauberer und der Theatergruppe der Polizei „Uffgebasst“, die den „Enkeltrick“ und die „Kaffeefahrt“ aufführen werden. Geschicklichkeitsspiele, Gesundheitschecks und Informationen zu verschiedenen Themen werden ebenfalls angeboten.