Essingen RHEINPFALZ Plus Artikel Eh da-Initiative mit Bundespreis ausgezeichnet

Auch Obstbaumschnittkurse bietet die Essinger Eh da-Initiative um ihre Vorsitzenden Eckart Kleemann und Sigrid Schork an.
Auch Obstbaumschnittkurse bietet die Essinger Eh da-Initiative um ihre Vorsitzenden Eckart Kleemann und Sigrid Schork an.

Rund 40 Frauen und Männer bewirtschaften ehrenamtlich Flächen auf Essinger Gemarkung, um sie ökologisch aufzuwerten. Sie sind in einem Verein organisiert, der fünf Jahre nach seiner Gründung bundesweit für sein Engagement Beachtung findet.

Vor allem die Bereiche zwischen Feldern und Weinbergen stehen im Mittelpunkt ihres Engagements. Es handelt sich hauptsächlich um gemeindeeigene Grundstücke, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Diese ökologisch aufzuwerten und für die Menschen erlebbar zu machen, das hat sich die Essinger Eh da-Initiative auf die Fahne geschrieben. Seit fünf Jahren besteht der Verein um seinen Vorsitzenden Eckart Kleemann. Der studierte Biologe kann mit seinen Mitstreitern nun einen besonderen Erfolg verbuchen.

Preisgeld wird in neue Gerätschaften investiert

Die Initiative aus Essingen hat den Deutschen Nachbarschaftspreis in der Kategorie Nachhaltigkeit erhalten. Bei dem bundesweiten Wettbewerb werden Nachbarschaftsprojekte mit Vorbildcharakter ausgezeichnet, bei denen sich Menschen für ihr Umfeld einsetzen und das Miteinander stärken. Er ist mit mehr als 50.000 Euro dotiert und wird seit 2017 jährlich von der Nebenan.de-Stiftung veranstaltet.

„Wir hatten davon gehört und uns auf gut Glück beworben“, sagt Kleemann. Die Initiative fand Anerkennung und darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro freuen, das nun unter anderem in neue Werkzeuge investiert wird. Angeschafft werden soll etwa ein Gerät, das die umweltschonende Bearbeitung von Wildblumenwiesen ermöglicht.

„Wir bewirtschaften nur einen Bruchteil der gemeindeeigenen Grundstücke, die in den vergangenen 30 Jahren nach Flurbereinigungsverfahren entstanden sind und sich im Besitz der Gemeinde befinden“, berichtet der 69-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Rede sei von zusammengerechnet rund 20 Hektar großen Flächen, die sich auf mehr als 100 Standorten auf der Essinger Gemarkung befinden und ungenutzt seien. Auf etwa zweieinhalb Hektar der besagten Flächen ist die Initiative im Einsatz. Mehr sei in ehrenamtlicher Arbeit aber auch nicht zu pflegen, sagt Kleemann. Soll es aber auch nicht. Mit ihrem Engagement wollen die Vereinsmitglieder hauptsächlich zeigen, was aus diesen brachliegenden Feldern gemacht werden könne.

Was zu den Tätigkeitsfeldern der Initiative zählt

Die Initiative möchte nicht nur Lebensräume für Insekten schaffen. Weiterhin hängen ihre Mitglieder Nistkästen für Vögel auf, bauen Trockenmauern für Eidechsen und legen Wildblumenflächen an. Auch um Streuobstwiesen wird sich gekümmert. „Dort stehen unter anderem Kirsch- und Nussbäumen sowie Speierlingsbäume.“ In den vergangenen Jahren habe die Gruppe Kleemann zufolge zudem rund 60 neue Bäume gepflanzt. Die Initiative ernte auf den Feldern lediglich die Äpfel, um daraus Saft herzustellen. „Es kommen immer zwischen 1500 und 2000 Flaschen zusammen, die wir dann im Rahmen einer Aktion verkaufen.“ Mit den Einnahmen würden die Ausgaben refinanziert, die bei der Pflege der Grundstücke entstehen.

Im Moment habe die Initiative keine größeren Projekte geplant. „Wir sind damit schon genug beschäftigt, die Grundstücke zu unterhalten“, erzählt Kleemann, der im Umweltausschuss der Gemeinde vertreten war und aktuell im Gemeinderat Mitglied ist.

Der Initiative gehe es nicht ausschließlich darum, mit ihrem Engagement einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. „Wir sehen es auch als soziale Aufgabe an“, sagt Kleemann. Gerade in der Corona-Zeit wüssten Menschen die umliegende Natur als Naherholungsgebiet zu schätzen.

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