Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Edwin Schäfer aus Göcklingen erinnert sich an die Waldweihnacht mit seinen Kinder im Jahr 1965

Das Bild zeigt Edwin Schäfer mit seiner inzwischen verstorbenen Tochter Heidi.
Das Bild zeigt Edwin Schäfer mit seiner inzwischen verstorbenen Tochter Heidi. Foto: Privat

Es sind nicht die teuren Geschenke, die das Weihnachtsfest ausmachen. Es ist vielmehr die Zeit, die man mit seinen Liebsten verbringt. Das ist es, was dauerhaft in Erinnerung bleibt. So geht es auch dem 91-jährigen Edwin Schäfer. Er erzählt in unserem Adventskalender von der Waldweihnacht mit seinen Kindern.

Im Jahr 1965 machte Edwin Schäfer mit seinen fünf Kindern am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Waldspaziergang. Nach dem Anziehen warmer Kleidung, Strümpfe, Handschuhe, Zipfelmütze, Wollschal, von seiner Frau selbst gestrickt oder gehäkelt, gingen sie von Göcklingen aus durch das Kaiserbachtal via Kaiserbacher Mühle Richtung Landeck. „Auf halber Höhe suchten wir uns zwischen den hohen Tannen ein kleines Tannenbäumchen aus. Dieses schmückten wir mit von zu Hause mitgebrachtem Christbaumschmuck wie Kerzen, Kugeln, Lametta und einer Spitze. Als wir fertig waren, zündete ich die Kerzen an. Nun sangen wir gemeinsam Weihnachtslieder, und die Kinder trugen Gedichte vor“, erzählt Schäfer. Der Schnee lag 15 Zentimeter hoch, alles sah feierlich aus. Anschließend packte der Vater die Plätzchen aus und die Kinder durften sie zusammen mit einem Weihnachtsapfel essen. In der Zwischenzeit fing es wieder an zu schneien. Nachdem die Kerzen erloschen waren, traten sie den Heimweg an. Den Schmuck ließen wir an dem Bäumchen.

Im folgenden Jahr wird der Spaziergang wiederholt

„Meine Kinder waren von der Waldweihnacht begeistert und bettelten gleich um mein Versprechen, den Spaziergang im nächsten Jahr zu wiederholen. Zu Hause angekommen waren sie alle müde und schliefen gleich glücklich ein“, erinnert sich Schäfer.

Im folgenden Jahr wurde der Spaziergang wiederholt und „unser Bäumchen stand noch geschmückt am selben Platz“. Nachdem die Kerzen erneuert waren, wurde wieder Waldweihnacht gefeiert. „Das war für meine Kinder das schönste Weihnachtsgeschenk, an das sie sich noch viele Jahre gern erinnerten“, so Schäfer.

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