Kreis Südliche Weinstraße Drei Leidenschaften, ein Traum
Fabian Wilhelm aus Insheim hat drei Leidenschaften und einen großen Traum. Er ist erfolgreicher Weinmacher, aktiver Karnevalist, sein Herz schlägt für den 1. FC Kaiserslautern. Sein Traum: In das Weinanbauland Neuseeland reisen. In den nächsten Wochen konzentriert sich der 27 Jahre alte Winzer aber erst einmal auf die Weinlese im Weingut Heinz Bus & Sohn, wo er so etwas wie die rechte Hand seines Onkels Carsten Bus ist. Vor wenigen Tagen ist Wilhelm beim bundesweit ausgetragenen Wettbewerb „Jungwinzer des Jahres“ der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) unter den Top 10 gelandet, und das nach 2015 bereits zum zweiten Mal. Bei einer ähnlichen Veranstaltung der Wein-Fachzeitschrift „Selection“ – auch hier ging es um den Winzer-Nachwuchs – wurde eine von ihm ausgebaute 2015er Ortega-Auslese aus der Gemarkung Rohrbacher Mandelpfad in der Kategorie „edelsüße Weine“ mit der höchstmöglichen Auszeichnung „Fünf Sterne Gold“ bedacht. Der Jungwinzer, der nach sieben Semestern das Studium Weinbau und Oenologie in Neustadt aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, will nach der Weinlese an der „Weinbauschule“ Neustadt die Ausbildung zum Winzermeister beginnen und 2018 abschließen. Seine Lehre absolvierte er in den Weingütern Bruno Leiner in Wollmesheim, Karl Pfaffmann in Walsheim und im Staatsweingut Karlsruhe-Durlach. Außerdem gehört Wilhelm als einziger Südpfälzer der Jury des Magazins „Bon Vinitas“ an, die regelmäßig in Offenburg Weine verkostet und bewertet. Und er ist Mitglied der „Generation Riesling“, einer Initiative des Deutschen Weininstituts für mittlerweile 500 junge Verantwortungsträger aus der Weinwirtschaft. Beim Jungwinzerwettbewerb der DLG hatte Wilhelm zuerst einen Online-Test zu bestehen und kam mit 19 Kollegen in die zweite Runde und musste drei selbst ausgebaute Weine einreichen. In Frankfurt stellten sich dann die zehn Besten einer Jury. Es waren zwei nicht bekannte Weine zu bewerten, außerdem ging es darum, Rebsorte und Jahrgang zu bestimmen und den Rot- und Weißwein zu beschreiben. Die ersten drei Plätze wurden an die siegreichen Kandidaten vergeben, die anderen sieben Teilnehmer landeten ohne genaue Einstufung unter den Top 10. Im Familienweingut Bus in Insheim hat Wilhelm keine feste Aufgabe, er wird überall dort eingesetzt, wo es notwendig ist. Ihm kommen dabei seine in der Lehrzeit und beim Studium erworbenen Kenntnisse zugute. Seine Weinbauphilosophie: „Weniger ist im Keller mehr.“ Gerne probiert Wilhelm neue Sachen bei der Weinbereitung aus. Als Fan des Sauvignon blanc würde er nach Erwerb des Meisterbriefs gerne für ein paar Wochen nach Neuseeland reisen, um zu sehen, wie die dortigen Winzer mit dem Sauvignon umgehen. Zu Hause umtreibt ihn aber etwas ganz anderes: Wilhelm ist mit Leib und Seele Karnevalist. Als Sitzungspräsident steht er beim KV Herxemer Wind an der Spitze und tritt als Büttenredner auf, nicht nur bei seinem Heimatverein, sondern überall, wo man ihn und seinen Kollegen als Bauchredner-Duo „In Flagranti“ hören will. Als Dauerkartenbesitzer ist er zudem so oft wie möglich auf dem Betzenberg, um den FCK zu sehen. Seine große Hoffnung: dass sich die Lauterer in der zweiten Liga halten. Dass das Weingut Heinz Bus & Sohn mit 40 Hektar Weinbergsflächen in Insheim, Herxheim und Rohrbach seit Jahren Erfolge feiert und in diesem Jahr bisher 57 Auszeichnungen erhielt, ist auch dem jungen Winzer Wilhelm zu verdanken. Zusammen mit seiner Familie ist er stolz auf sieben Mal Gold, einmal Silber und drei Mal Bronze bei der Bundesweinprämierung der DLG; auf vier Mal Gold, elf Mal Silber und vier Mal Bronze bei der Prämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz; auf drei Mal Gold und acht Mal Silber beim weltweit größten Weinwettbewerb AWC Vienna; und auf einmal „Fünf Sterne Gold“, zwei Mal „Vier Sterne Gold“ und sieben Mal „Drei Sterne Silber“ der Zeitschrift „Selection“. |güw