Kreis Südliche Weinstraße Dekanat kauft Gebäude von der Stadt
„Wir haben uns aus rein finanziellen Gründen zum Umzug entschieden“, sagt Dekan Dietmar Zoller. Im Sparkassengebäude hat das protestantische Dekanat nicht nur Büros für die Verwaltung angemietet, sondern auch für die Sozial- und Lebensberatungsstelle des Diakonischen Werkes. Wie mehrfach berichtet, zieht die Diakonie in Kürze ins „Haus am Schloss“, dem ehemaligen Kreisaltenheim, um. „Damit ist die Sparkasse für uns zu groß“, betont Zoller. „Wir haben überlegt, ob es sinnvoll ist, nur noch einen Teil der bisherigen Räume zu mieten, aber auf Dauer ist es günstiger, in ein eigenes Haus einzuziehen als weiter Miete zu zahlen.“ Die Stadt bietet schon seit einiger Zeit das Gebäude in der Weinstraße 48 zum Kauf an. Das Dekanat gab ein Kaufangebot ab und erhielt schließlich den Zuschlag. Am 5. Mai hat die Bezirkssynode, das Parlament des Kirchenbezirks Bad Bergzabern, getagt, und einen Nachtragshaushalt beschlossen, in dem die Kaufsumme für das neue Domizil enthalten ist. Der protestantische Kirchenbezirk Bad Bergzabern hat rund 20.000 Gemeindemitglieder und 24 Kirchengemeinden in 56 Dörfern und Städten mit 13 Gemeindepfarrstellen. Dazu gehören noch zwei Krankenhaus-pfarrstellen in der Pfalzklinik und zwei Schulpfarrstellen. Das protestantische Dekanat Bad Bergzabern hat Rücklagen von rund einer Million Euro und steht auf relativ gesunden wirtschaftlichen Füßen. Die Kaufsumme von 310.000 Euro wird aus den allgemeinen Rücklagen bezahlt. Am Montag gab die Kirchenaufsicht in Speyer grünes Licht für das Geschäft mit der Stadt. Der Mietvertrag mit der Sparkasse wurde zum 31. Oktober gekündigt, der Umzug ist für Mitte Oktober geplant. „Wir müssen zum Glück nicht viel renovieren“, sagt Dekan Zoller. Der erste Stock, in dem früher ein Notar seine Büros hatte, ist in sehr gutem Zustand. Lediglich im oberen Stockwerk sind die Handwerker gefordert. Dort sind zwei Büros vorgesehen, dazu ein Besprechungszimmer und ein Raum fürs Archiv. Im Erdgeschoss in der Weinstraße 48 hat eine Anwaltskanzlei ihre Büroräume. Der Anwalt habe bereits signalisiert, dass er auch in Zukunft dort bleiben wolle, so Zoller. Nur halt eben mit einem anderem Vermieter. Wichtig ist Dekan Dietmar Zoller der Hinweis, dass das Haus aus den Rücklagen des Dekanats bezahlt wird. „Es ist nicht die Kirchengemeinde Bad Bergzabern, die das Gebäude kauft“, betont Zoller. Hintergrund sind die bevorstehenden Verhandlungen mit Stadt, Kreis und Land, in denen es um die Sanierung beziehungsweise den Neubau der Kita „Arche Noah“ geht. „Manche Leute denken bestimmt, die Kirche hat doch genug Geld. Wenn sie ein Haus kaufen kann, dann kann sie doch auch in den Kindergarten investieren, aber die Kirche hat kein Geld“, betont Zoller.