Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Das große Einbahnstraßen-Chaos in Bad Bergzabern

Richtigherum gefahren, falschherum geparkt: An die neue Verkehrsführung müssen sich die Fahrer erst noch gewöhnen.  Foto: Iverse
Richtigherum gefahren, falschherum geparkt: An die neue Verkehrsführung müssen sich die Fahrer erst noch gewöhnen.

Als „absolut chaotisch“ beschreibt Bernhard Schmitt vom „Kaffeefleck“ die Situation an Tag eins der neuen Verkehrsregel in der Neubergstraße. Die bleibt zwar Einbahnstraße, aber seit Montag in umgekehrter Richtung. Wird die nun bereits zweite Richtungsänderung etwas bringen?

Von Sonja Pfundstein-Brinkop

„In acht Minuten habe ich zehn Autos gezählt, die falsch in die Einbahnstraße eingebogen sind“, erzählt Bernd Schmitt vom „Kaffeefleck“, der die Neubergstraße am Ludwigsplatz direkt im Blick hat. Grund für das Chaos ist die seit Montag zum zweiten Mal geänderte Einbahnstraßenregelung. Die Zufahrt erfolgt nun über den Woodbachweg in die Weinstraße.Es werde wohl ein bisschen dauern, bis sich alle Autofahrer an die geänderte Verkehrsführung gewöhnt hätten, hatte Jürgen Pfalzgraf von der VG-Verwaltung in der vergangenen Woche gegenüber der RHEINPFALZ geäußert. Damit hatte er nach den Beobachtungen von Anwohnern recht.

„Das größte Problem ist die chaotische Parkerei“, findet Bernhard Schmitt. „Ich fahre gar nicht mehr durch“, ist das Resümee von Bernd Ehrhardt, der bereits 2017 einen Antrag im Stadtrat eingereicht hatte, die damals noch von beiden Seiten befahrbare rund 100 Meter lange Straße als Einbahnstraße auszuweisen. Ehrhardt ist Anwohner der Straße und beobachtet das Chaos genau. Das auch nicht viel besser wurde, als nach dem Beschluss des Stadtrates am 4. Januar 2018 die Neubergstraße zur Einbahnstraße wurde.

Grund für den damaligen Beschluss waren auch Beschwerden von Bürgern. Für Fußgänger sei die Strecke gefährlich. Zudem würden widerrechtlich Autos abgestellt, um auf kürzestem Wege zur Poststelle zu kommen, die sich in der Straße befindet, hieß es damals.

„Mir sitzt der Schreck immer noch in den Knochen“, erinnert sich Ehrhardt an zwei Situationen, die für ihn als Fußgänger gefährlich wurden. Fast sei er angefahren worden. Er sei damals gerade noch mit dem Schrecken davongekommen. Aber auch heute noch laufe er in der Neubergstraße eng an den Hauswänden. Fahrer mache er auf ihr Verhalten nicht mehr aufmerksam. „Ich will mir keine dummen Bemerkungen mehr anhören“, so Ehrhardt.

Manche Autofahrer parkten in der Neubergstraße, machten den Warnblinker an und stellten sich dann in die Warteschlange in der Post, erzählt Ehrhardt. Bernhard Schmitt glaubt, dass einige Autofahrer absichtlich falsch in die Einbahnstraße fahren. Sowohl er als auch Bernd Ehrhardt sind der Überzeugung, dass das größte Problem gar nicht die Richtung der Einbahnstraße ist, sondern die stark frequentierte Postfiliale, die in ihren Augen einen denkbar ungünstigen Standort hat. „Es wird sich nicht viel verändern“, sagen die beiden zur neuen Verkehrsregelung.

Dem zweiten Beschluss des Stadtrates, die Richtung der Einbahnstraße zu ändern, stimmten 17 Stadträte zu, drei waren dagegen. Beim ersten Beschluss im Dezember 2017 war das Ergebnis mit sieben Jastimmen bei sechs Neinstimmen denkbar knapp.

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