Landau / SÜW
Dank neuer Anlage endlich kein Kalkwasser mehr
Der Wasserzweckverband Walsheimer Gruppe versorgt 17.000 Bürgerinnen und Bürgern in der Verbandsgemeinde Offenbach, in Teilen der Verbandsgemeinden Landau-Land und Edenkoben sowie im Landauer Stadtdorf Dammheim mit Wasser – und dank der neuen Enthärtungsanlage nun auch mit weicherem Wasser. Bereits seit Anfang Juli ist die Anlage in Betrieb, nun wurde sie offiziell eingeweiht. Ziel ist, den Kalkgehalt im Wasser zu reduzieren. Die Verbraucher wird es freuen. Denn sie können ein Lied davon singen, ihre Kaffeemaschine oder Wasserkocher alle paar Wochen entkalken zu müssen. Der Härtegrad wurde von zuvor 16,5 Grad Deutscher Härte auf jetzt 8,5 Grad reduziert. Damit geht auch eine Senkung des pH-Wertes sowie des Eisen- und Mangangehalts einher.
„Ein solches Vorhaben geht man ja nicht ohne Grund an“, erklärt Bürgermeister Axel Wassyl weitere Notwendigkeiten des Neubaus. Beispielsweise fehlte bisher genügend Speicherraum für Spitzenzeiten. „Es kam ja vor, dass bei hohen Verbrauchszahlen aus den Wasserhähnen kein Strahl mehr, sondern nur noch ein Strählchen herauskam“, berichtet Wassyl.
Wasserpreis steigt
Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Der Wasserpreis steigt von 1,71 Euro pro Kubikmeter auf 2,03 Euro. Nicht ganz unerwartet, wurden doch in die neue Anlage 10,1 Millionen Euro investiert. Hierin enthalten sind die Kosten der Carix-Anlage, die mittels Ionenaustausch Kalzium, Magnesium, Nitrat, Chlorid und Sulfat aus dem Wasser entfernt. Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass keine Säuren oder Laugen zum Einsatz kommen müssen, sondern dass sich die Austauscher über CO2 regenerieren können. Und jenes wird als Abfallprodukt aus der Düngemittelproduktion gewonnen. Durch das Carix-Verfahren sinkt zudem die Korrosion in metallischen Leitungen. Das Verfahren hat von allen Entsalzungsmethoden den niedrigsten Energieverbrauch und die geringsten Abwassermengen.
Die ursprüngliche Kostenberechnung lag bei 8,8 Millionen Euro, sie ließ sich aber durch Bauverzögerungen wegen Materiallieferschwierigkeiten und die Preissteigerung im Bausektor nicht halten. Axel Wassyl, auch Vorsitzender der Walsheimer Gruppe, geht davon aus, dass sich die Mehrkosten für die Verbraucher amortisieren werden, da durch das bessere Wasser künftig weniger Spül- und Waschmittel oder auch Salz für die Spülmaschine verbraucht wird. Auch die Wartungskosten an elektrischen Geräten werden sich verringern. „Schon jetzt gibt es viele positive Rückmeldungen der Verbraucher“, sagt Wassyl.
Knapp vier Jahre Bauzeit
750.000 Kubikmeter Wasser werden von Privathaushalten im Bereich der Gruppe Jahr für Jahr verbraucht, berichtet Uwe Rehm vom Planungsbüro Dilger. Hinzukommen 120.000 Kubikmeter für gewerbliche Nutzung. Pro Tag kann die Anlage 6840 Kubikmetern fördern.
Schon 2001 gab es eine Studie zu Ausbauvorhaben im Versorgungsgebiet, 2003 und 2004 wurden Brunnen erneuert, 2008 der Hochbehälter in Walsheim saniert. 2015 wurde das Projekt Entkalkungsanlage angegangen. Im November 2017 war der erste Spatenstich.