Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Bornheim: Hornbach macht in Holz

Noch den ganzen Mai können Kunden vor dem Hornbach-Markt in Bornheim Brennholz erstehen.  Foto: van
Noch den ganzen Mai können Kunden vor dem Hornbach-Markt in Bornheim Brennholz erstehen.

Bau- und Gartenmärkte, Baustoffe, Immobilien und Co.: Hornbach ist in verschiedenen Branchen aktiv. Neu auf dem Markt ist die Hornbach Forst GmbH. Sie produziert und vertreibt Brennholz – frisch aus Südpfälzer Wäldern.

Auf dem Hornbach-Parkplatz in Bornheim steht der „Spalt-Fix K540“, ein Sägespalt-Automat der Firma Posch aus der Steiermark. Oder auch das „Biest“, wie ihn Hornbach werbewirksam nennt. „Das Holz, das Sie hier liegen sehen, lag am Montag noch im Wald“, erklärt Peter Eberdorfer, Geschäftsführer der Hornbach Forst GmbH, die vor einer Woche die Produktion aufgenommen hat. Nachdem die Bäume gefällt worden sind, kommen sie direkt zum Baumarkt, um hier zu Brennholz verarbeitet zu werden, das dann Kunden kaufen können. Die Stämme wurden aus maximal 50 Kilometer Entfernung herbeigeschafft, macht der Österreicher, der in Landau heimisch geworden ist, auf den Regionalitätsgedanken aufmerksam.

Vor Ort werden die rund sechs Meter langen Stämme, deren Durchmesser von 25 bis 70 Zentimetern reicht, vom Laster abgeladen. Ein Gabelstapler hievt sie auf die Spaltmaschine. Dort schneidet eine Kettensäge Stücke von rund 40 Zentimetern zurecht, die dann in kaminholzgerechte Dreieckstücke von 25 oder 33 Zentimeter Länge zerteilt werden. Sägespäne, die beim Schnitt entstehen, fängt die Maschine auf. Sie werden beispielsweise zu Pellets verarbeitet.

Holz muss ein, zwei Jahre trocknen

Das Brennholz muss zu Hause noch ein bis zwei Jahre gelagert werden, damit es ausreichend getrocknet ist. „Die Trocknung übernimmt in unserer Region die Sonne. Bekommt man Brennholz fertig geliefert, haben dies in der Regel industrielle Maschinen getrocknet, die ihrerseits mit Gas oder Öl beheizt werden müssen“, erklärt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG. „Je länger das Holz gelagert wird, desto geringer ist später beim Verbrennen die Feinstaubbelastung der Luft.“

Holz sei ein nachwachsender Energieträger: „Das von uns angebotene Holz kommt aus der Region. Das war uns besonders wichtig. Für alle eingeschlagenen Bäume werden sofort neue angepflanzt“, sagt Hornbach, wohlwissend, dass die nun bei Hornbach verarbeiteten Bäume alle rund 70 Jahre alt sind. „Wir haben das Holz vor der Haustür, brauchen keine Verpackung. Besser kann es doch gar nicht sein“, findet Hornbach.

Für die erste Marge hat Hornbach rund 1000 Festmeter Buchenholz im Albersweilerer Wald einschlagen lassen. Die werden nun Stamm für Stamm nach Bornheim gebracht. Über den gesamten Mai können Kunden dort Brennholz bestellen und sich direkt in den Anhänger aufladen lassen. Wer keinen hat, kann sich das Holz auch nach Hause liefern lassen.

Eine „pfiffige, innovative Idee“

In den nächsten Monaten plant die Hornbach Forst GmbH weitere Brennholz-zum-Mitnehmen-Aktionen an anderen Standorten. So wird es das Angebot im Juni in Karlsruhe geben. Auch die Anschaffung weiterer Spaltautomaten ist geplant, berichtet Albrecht Hornbach. Er hofft, dass schon bald andere Holzarten aus der Region in gleicher Weise den Brennstoffbedarf decken können wie das Buchenholz. Ob die Aktion in Bornheim wiederholt oder ob der Service sogar dauerhaft eingerichtet wird, das hänge vom Erfolg des laufenden Projekts ab, sagt Hornbach.

Daniela Schmitt (FDP), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, lobte bei der Eröffnungsfeier die „pfiffigen, innovativen Ideen“, die Hornbach immer wieder habe, so nun auch dieses Projekt für waldfrisches Brennholz. „Ich finde es gut, dass Ihre Firma auf geändertes Verbraucherverhalten reagiert. Viele Kunden werden sich schon bald freuen, wenn sie mit dem Brennholz an kühlen Abenden ihren Kamin nachheizen können.“

Info

Wer in Bornheim Brennholz erwerben will, wird gebeten, sich anzumelden unter Telefon 06348 98390 oder im Internet unter hornbach.de/brennholz.

x