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Boostern nach fünf Monaten schwierig
Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich für Verwirrung gesorgt, weil er sich für ein möglichst breites Boostern schon vor dem Ablauf von sechs Monaten ausgesprochen hatte. Inzwischen ist er davon wieder ein Stück weit abgerückt, doch die Verunsicherung ist geblieben.
Einen Booster-Termin fünf Monate nach der Erstimpfung zu ergattern, erweist sich bei den Hausärzten als nicht ganz einfach. Einige impfen erst sechs Monate nach dem vollständigen Impfschutz. Dabei werden Impfwillige, die mindestens 70 Jahre alt sind, und Menschen mit schweren Krankheiten bevorzugt. Aus Kapazitätsgründen impfen manche Praxen nur Patienten der eigenen Praxis und dies mit Wartezeit.
Boostern nach fünf Monaten möglich
Eine Anmeldung beim Impfportal Rheinland-Pfalz ist erst möglich, wenn fünf Monate seit der Erstimpfung verstrichen sind. Dies gilt bei vorangegangenen Impfungen mit Biontec, Moderna oder Astrazeneca. Hierbei verstreicht wertvolle Zeit zwischen Anmeldung und Impftermin. Ein Lichtblick: Ab dem 1. Dezember werde die Registrierung bereits vier Monate nach der Zweitimpfung möglich sein, teilt Hilde Rühl vom Gesundheitsministerium in Mainz auf Anfrage mit.
Auf Nachfrage, wie andere Impfeinrichtungen mit dem zeitlichen Abstand vor dem Boostern umgehen, erklärt Rühl: „Allen Institutionen und Einrichtungen, die Impfungen durchführen, wurde mitgeteilt, dass eine Auffrischungsimpfung bereits fünf Monate nach der Zweitimpfung möglich ist. Es bleibt aber natürlich beim jeweiligen ärztlichen Ermessensspielraum.“
Umbruch bei Frist am Impfbus
Welche Regeln zum Boostern gelten beim Impfbus? Auf der Homepage der Landesregierung steht, dass Booster-Impfungen in einem Abstand von sechs Monaten zur Zweitimpfung verabreicht werden. Dies gilt bei einem mRNA-Impfstoff. Bei dem Vakzin von Johnson & Johnson sind es vier Wochen. Bisher konnte es beim Impfbus passieren, dass man Stunden, womöglich frierend, in der Schlange stand und dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt wurde, da die Erstimpfung nicht lange genug zurücklag. Doch dies sei gerade im Umbruch, erklärt Bereichsleiter Björn Drescher vom DRK. „Das DRK ist Teil des mobilen Impfteams, zu dem auch der Impfbus zählt.“ Bei der gemeinsamen Impfaktion des DRK-Ortsvereins Herxheim und der Verbandsgemeinde Herxheim finden Erst-, Zweit- und Drittimpfungen statt. „Es war die ganze Zeit so, dass wir erst nach sechs Monaten impften, im Moment steht noch im Raum, dies in Ausnahmefällen nach fünfeinhalb Monaten zu genehmigen.“ Entsprechende Neuregelungen werden dann auch vom Impfbus umgesetzt.
Auch beim Booster-Impfen des Veranstalters Reha Plus in der Festhalle Herxheim soll in der Regel ein Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung eingehalten werden. Eine Verkürzung auf fünf Monate kann im Einzelfall erwogen werden, oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, so die Information des Veranstalters. Dies lehnt sich an eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) an. Diese rät weiter dazu, gefährdete Menschen zu bevorzugen.
„Bei uns wird keiner nach Hause geschickt“
Ein positives Beispiel ist die Aktion im Hotel Krone in Hayna. Am 1. Dezember öffnet hier ein Impf- und Testzentrum ohne Anmeldung. Ärztin und Apothekerin Helma Gröschel und ihr Kollege, der Allgemeinmediziner Rainer Fritz, werden hier bereits nach fünf Monaten boostern. „Ziel ist es, möglichst schnell alle durchzuimpfen. Bei uns wird keiner nach Hause geschickt.“ „Soweit ich weiß, liegt die Internationale Empfehlung zum Boostern sogar bereits bei vier Monaten.“