Kreis Südliche Weinstraße „Bleibende Spuren hinterlassen“

Als einen kritischen Mahner mit tiefer Bindung zu Gott beschreibt Dekan Dietmar Zoller (Mitte rechts) Pfarrer Dietmar Wenzel (Mi
Als einen kritischen Mahner mit tiefer Bindung zu Gott beschreibt Dekan Dietmar Zoller (Mitte rechts) Pfarrer Dietmar Wenzel (Mitte links).

433 Monate war Dietmar Wenzel als evangelischer Pfarrer im Dienst der Kirchengemeinden Rohrbach und Steinweiler: Am Sonntag wurde der 65-Jährige nach mehr als 36 Jahren mit einem Gottesdienst in der voll besetzten Simultankirche Rohrbach in den Ruhestand verabschiedet.

„Eine solch lange Zeit, die schafft Identifikation des Pfarrers und seiner Familie mit den Gemeinden, aber auch der Gemeinden mit dem Pfarrer und seiner Familie“, sagte Dekan Dietmar Zoller bei der Entpflichtung von Pfarrer Wenzel. Dieser wurde 1953 am Rande des Spreewaldes geboren, wuchs in Pirmasens auf, ging zum Studieren nach Mainz und Heidelberg, erlebte seine Vikariat-Zeit in der Stiftskirche in Landau und war seit Oktober 1982, und damit ein Berufsleben lang, Pfarrer in den beiden Gemeinden. Er habe in dieser Zeit bleibende und weithin sichtbare Spuren hinterlassen, stellte der Dekan fest. Er sei immer einer der Pfälzer Pfarrer gewesen, für die es zwischen dem eigenen Amt und dem lieben Gott kaum eine Instanz gegeben habe, die etwas Regulatives zu sagen gehabt hätte. Die Bindung des eigenen Berufsethos an das persönliche in der Schrift gebundene Gewissen sei für Wenzel immer oberste Maxime gewesen. Er sei streitbar, wenn der Zeitgeist durch die Kirchen ströme, und ein kritischer Mahner, ob manches Tun der Kirche und ihrer Amtsträger dem Heiligen Geist angemessen sei. Pfarrer Wenzel habe stets Wert auf die Vergegenwärtigung der Botschaft des Evangeliums gelegt, so der Dekan. Er habe viel Grund zum Danken, vor allem Gott, aber natürlich auch den beiden Gemeinden, sagte Wenzel in seiner Abschiedspredigt. Das Bibelwort „Einer ist euer Meister, Ihr alle seid Brüder“ beschreibe den Geist, in dem er seinen Dienst verstanden habe. Es sei tägliche Aufgabe der Gemeinde, dieses Miteinander als Geschwister in der Familie Gottes zu gestalten. Durch die Taufe sei jeder Christ zur Verkündigung in Wort und Tat beauftragt. Die Gemeinde sei als „Pflanzstätte des Glaubens“ zu bezeichnen. Er sehe es als Herausforderung an, vom Glauben und Gottvertrauen zu erzählen, um andere für die gute Sache Gottes neugierig zu machen, sagte Pfarrer Wenzel, der weiterhin in Rohrbach seinen Wohnsitz haben wird. Gestaltet wurde der Abschiedsgottesdienst von den beiden Kirchenchören Rohrbach und Steinweiler unter der Leitung von Gerhard Logé, dem evangelischen Posaunenchor Rohrbach mit seiner Dirigentin Silke Schönenberger und Gerhard Logé an der Orgel. Bei dem anschließenden Empfang im Dorfgemeinschaftshaus, der vom Posaunenchor musikalisch gestaltet wurde, dankten die Redner dem Pfarrer für seine Verdienste und bezeichneten sein Wirken in Rohrbach und Steinweiler als segensreich. Gewürdigt wurde er auch von den beiden Ortsbürgermeistern Peter Feser (Rohrbach) und Michael Detzel (Steinweiler), Vertretern der Verbandsgemeinden Herxheim und Kandel, der beiden Presbyterien und der beiden katholischen Pfarreien. Für die Zeit der Vakanz der Pfarrstelle ist Dekan Zoller für die beiden Kirchengemeinden tätig.

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