Kreis Südliche Weinstraße
Billigheim-Ingenheim: Kurt und Edith Bangerth feiern Diamantene Hochzeit
„Liebe ist kein Solo. Liebe ist ein Duett. Schwindet sie beim einen, verstummt das Lied.“ Dieses Zitat des deutsch-französischen Dichters und Naturforschers Adelbert Chamisso haben Kurt und Edith Bangerth in Billigheim-Ingenheim seit 60 Jahren beherzigt. Am Donnerstag feiert das Paar in der Obergasse im Ortsteil Ingenheim das Fest der Diamantenen Hochzeit.
Sie haben es gefunden, das Rezept für eine lange Ehe. Kennengelernt haben sich Kurt Bangerth (85) aus Ingenheim und die Dierbacherin Edith Kerth, wie die heute 83-Jährige damals hieß, 1955 beim Berufswettkampf. Er wurde in der Sparte Landwirtschaft, sie bei der Hauswirtschaft als Kreissieger gefeiert. Gemeinsam fuhren sie anschließend zum Bezirksentscheid und erreichten schließlich den Bundesentscheid.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Edith Bangerth, die ihren späteren Mann fortan nicht mehr aus den Augen verlor. Kurt Bangerth dazu: „Ich habe sie gesehen und mich sofort in sie verknallt“, und dabei lächelt er seine Edith an.
Kurts Eltern führten in Ingenheim einen 15 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb, den er schließlich übernahm. Edith betrieb mit ihrer Mutter – der Vater war im Krieg gefallen – in Dierbach Landwirtschaft.
Ein entscheidendes Datum war der 11. April 1959. Nach ihrer standesamtlichen Trauung an diesem Tag in Dierbach erhielten Kurt und Edith Bangerth in der 500 Jahre alten spätgotischen Kirche St. Anna in dem Heimatort der Braut den kirchlichen Segen.
Noch gut erinnern sich beide an ihre Hochzeitsreise. Mit einem Max-Motorrad war Rom das Ziel. Neben den vielfältigen Herausforderungen ihres arbeitsreichen Lebens fanden die Eheleute Bangerth stets noch Zeit, Akzente in verschiedenen Ortsvereinen zu setzen.
Schon früh engagierte sich Kurt Bangerth im örtlichen Bauern- und Winzerverband. Heute ist er dessen Ehrenvorsitzender. Bei der Landwirtschaftskammer war er lange Jahre Mitglied im Weinbauausschuss. „Wer singt, lebt gesünder“, ist Kurt Bangerth überzeugt. Regelmäßiges Singen sei so gesund, dass es eigentlich ärztlich verordnet werden sollte, sagt er. Und so ist er beim MGV Ingenheim im
ersten Bass seit 1963 eine wertvolle Stütze. Bereits seit 1953 ist er Mitglied beim Reit- und Fahrverein Billigheim. Mittlerweile ist er Ehrenmitglied. An den Sonntagvormittagen ist er im Reiterstübel beim Reiterstammtisch anzutreffen.
Auch der Kommunalpolitik hatte er sich verschrieben. Als 1969 die vier Ortsteile Appenhofen, Billigheim, Ingenheim und Mühlhofen zu einer Gemeinde fusioniert wurden, gründete der spontan die Wählergruppe Kurt Bangerth und gehörte zwei Legislaturperioden dem neu zusammengesetzten Ortsparlament an.
Wenn auf dem jüdischen Friedhof im Zäberling in Ingenheim freiwillige Helfer gesucht werden, weiß Kurt Bangerth was er trotz seines Alters zu tun hat. „Der Friedhof gibt Einblick in das jüdische Leben vor Ort. Seine Grabsteine sind ein Spiegel der Gemeinden, deren Mitglieder hier seit etwa 1684 beerdigt wurden“, sagt Bangerth.
Kurt Bangerths derzeit liebstes Kind ist der „Historische Stammtisch“, mit dem er erst vor Kurzem bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Billigheim-Ingenheim das Rad der Geschichte zurückdrehte. Beim wöchentlichen Treffen der „Stammtischbrüder“ darf er selbstverständlich nicht fehlen.
Edith Bangerth engagierte sich in der Krankenpflege und wurde in Anerkennung ihrer Leistung auch als stellvertretende Vorsitzende mit dem Goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet. Ehemann Kurt wurde für seine ehrenamtlichen Leistungen 1999 mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz geehrt.
Fit hält sich das Diamant-Paar mit Gartenarbeit. Seinen Ehrentag feiert das Jubelpaar im Kreise der Familie und mit Freunden und Bekannten in der Weinstube Dyck im Ortsteil Mühlhofen gefeiert. Zu den Gratulanten zählt ein Sohn mit Familie, darunter zwei Enkel.