Waldhambach
Bewegte Geschichte: TuS Waldhambach wird 100
Der am 15. August 1921 gegründete Verein hatte sich unter Vorsitz des Lehrers Otto Held zunächst dem Turnen und der Leichtathletik verschrieben. Spontan legen 28 sportbegeisterte junge Männer als erste Mitglieder am Fuß des Rehbergs einen vereinseigenen Turnplatz an.
Held, selbst eifriger Verfechter der Leibesübungen, hatte wohl ehemalige Schüler für die Vereinsgründung gewinnen können. Er leitete den Verein bis Anfang 1926. Schon zu seiner Zeit muss es intern aber zu Unstimmigkeiten gekommen sein. Eine Gruppe tat lautstark kund, sich statt zu turnen lieber dem neuen Trend, dem Fußballspiel, widmen zu wollen. Es kam zu erheblichen Spannungen im Verein – zweimal wechselte der Vorsitz innerhalb von nur drei Jahren. Es kam sogar so weit, dass den abtrünnigen Fußballern der Sportplatz für ihr Training verboten wurde.
Das Geld war knapp
Solche Vorgänge waren nicht neu. Im Spirkelbach gab es zur gleichen Zeit ebenfalls Spielverbote gegen das für unseriös gehaltene Kicken, bis hin zu Vereinsausschlüssen. Aber aufhalten ließ sich der immer stärker aufkommende Fußballsport nicht mehr. Die Vereinsführung in Waldhambach gab nach, sofort nahm die Mitgliederzahl zu. Die Fußballabteilung wuchs, und nicht lange, da hatte sie das Sagen im Verein. Unter dem Vorsitzenden Ludwig Schnetzer trat der Verein 1928 in den Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverband ein. Am Wingertsberg wurde ein neuer, den Regeln entsprechender Fußballplatz angelegt.
Fortan spielten die ausschließlich als Fußballverein deklarierten Waldhambacher Sportler im Gau Südpfalz des Bezirks Rhein. Zur Teilnahme an den Verbandsrundenspielen wurden Zahlungen fällig. Doch der fast mittellose Verein konnte das nötige Geld, heute lächerlich erscheinende sieben oder neun Reichsmark, nicht immer aufbringen. Die Folge war wiederholt rigoroser Ausschluss von den Rundenspielen. Manchmal konnte die Mannschaft nur in Unterzahl antreten, weil es an Spielern fehlte.
Es wird wieder geturnt
Stetig voran ging es im Verein erst nach der Wiedergründung 1949. Der TuS Waldhambach wurde 1950 in den Südwestdeutschen Fußballverband aufgenommen und spielte fortan meist im oberen Drittel der C-Klasse. Ein neues, heute noch bestehendes Spielfeld wurde auf der Talseite gegenüber angelegt. Trotz intensiver Anstrengungen, einen Rasenplatz daraus zu machen, ist es bis heut ein Hartplatz geblieben.
1971, zum 50-jährigen Bestehen des Vereins, wurde größtenteils in Eigenleistung das geräumige Sportheim errichtet. Schon damals galt es im Dorf als Kommunikationszentrum. Nun war auch endlich die Zeit reif, gemäß des Vereinsnamens weiteren Sportarten die Tür zu öffnen. Ab 1977 wurde wieder geturnt, die Abteilung für Damenturnen und Gymnastik besteht heute noch. Auf Initiative der Alt-Herren-Fußballer entstand 1987 die Tennisabteilung der von den heute 180 Vereinsmitgliedern allein 96 angehören.
Engagement für das Dorf
1982 gründete sich eine Damen-Fußballmannschaft, die so erfolgreich war, dass sie nur zwei Jahre später in der Bezirksklasse Süd überlegen den Meistertitel errang. Bald darauf löste sie sich allerdings wieder auf, weil die besten Spielerinnen von größeren Vereinen abgeworben wurden. Stolze Erfolge errangen auch die Jugendmannschaften. Die C-Jugend wurde wiederholt Hallenmeister, die A-Jugend glänzte 1990 bei einem internationalen Turnier in Spanien.
1990 musste das Vereinsheim wegen erneuter Geldsorgen an die Ortsgemeinde verkauft werden und wurde zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Der Verein erhielt einen Anbau für sich mit Versammlungsräumen und sanitären Anlagen. Seit über 20 Jahren führt Peter Fischer beständig den Vorsitz im TuS Waldhambach. Er ist bestrebt, den zur Tradition gewordenen Vereinsvorsatz fortzuführen, sich stets für die Dorfgemeinschaft einzubringen. So richtet er seit Jahren die Kerwe aus und veranstaltet regelmäßig die im Dorf beliebten Schlachtfeste.
Der Jubiläumsablauf:
Freitag, 20. Mai: Das Festbankett für geladene Gäste findet im Dorfgemeinschaftshaus statt unter Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart (CDU) und mit Vertretern des Südwestdeutschen Fußballverbands, des Sportbunds Pfalz und des Tennisverbands Pfalz sowie einer Abordnung der Partnergemeinde Waldhambach/Elsass.
Samstag, 21. Mai: ab 13 Uhr Spielfest auf dem Sportplatz für alle. 14 Uhr Tennisturnier A-Klasse 40 Insheim-Waldhambach gegen Rotweiß Kaiserslautern-Siegelbach. 16.30 Uhr Fußballspiel A-Jugend Silz-Völkersweiler gegen Venningen-Fischlingen. Ab 19.30 Uhr Tanzmusik mit den Tops-Troubadix-Amadeus.