Kreis Südliche Weinstraße
Betreiber des Hotels Kurparkblick in Bad Bergzabern meldet Insolvenz an

Gäste haben ein Hotel gebucht, reisen an. Doch dann der Schock: niemand da, Tür zu. „Dauerhaft geschlossen“ steht seit Wochen an der Tür des Hotels Kurparkblick in Bad Bergzabern. Der Betreiber hat nun Insolvenz angemeldet. Wie geht es mit dem Hotel weiter?
Die Gerüchte, dass der Betreiber des Hotels, die Hotel Kurparkblick Bad Bergzabern Betriebs GmbH mit Geschäftsführer Peter Sandner pleite sei und dass es Beschwerden zum Service des Hotels gegeben haben soll, kursieren schon lange in der Kurstadt. Die finanziellen Probleme sind jetzt offiziell. Am 1. Januar wurde das Insolvenzverfahren gegen die Hotel Kurparkblick Betriebs GmbH eröffnet. Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung des Betreibers.
Geschlossen hat das Haus in der Kurtalstraße mit 48 Zimmern, großem Restaurant, Terrasse und Festsaal aber bereits im vergangenen Jahr. Offensichtlich Knall auf Fall, wie der Geschäftsführer des Tourismusbüros, Jochen Anthes, erlebt hat. Regulär sollte der fünfjährige Pachtvertrag erst im März auslaufen. „Anfang Dezember waren Gäste bei uns und wussten nicht wohin, sie hatten im Kurparkblick gebucht und standen vor verschlossenen Türen“, erzählt Anthes im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Einige hätten für den Aufenthalt bereits bezahlt gehabt, so Anthes. Er habe eine Rundmail an die Hotelbetreiber in Bad Bergzabern geschickt, um kurzfristig Gäste beherbergen zu können. Er habe sich dann selbst überzeugt, dass an der Tür des Kurparkblicks ein Schild „Dauerhaft geschlossen“ hing.
Ob ein neuer Betreiber gesucht wird, ist unklar
Warum die Schließung nicht im März dieses Jahres, also nach Ablauf des fünfjährigen Pachtvertrages, erfolgte, sondern bereits vor Wochen, weiß der Insolvenzverwalter. „Der Geschäftsbetrieb wurde Ende November aufgrund des Ergebnisses eines Rechtsstreits des Besitzers mit dem Betreiber eingestellt“, informiert Olaf Spiekermann, Rechtsanwalt in der Kanzlei Brinkmann und Partner in Mannheim. Der Rechtsstreit sei zugunsten des Besitzers entschieden worden. „Herr Utsch kann seither über seine Immobilie wieder frei verfügen“, so Spiekermann zur Frage der RHEINPFALZ, ob es rechtliche Hindernisse für eine Neuverpachtung gebe.
Ob für das Hotel wieder ein neuer Betreiber gesucht wird, ist derzeit völlig unklar. Die Bevollmächtigte für die Immobilie, Ellen Wittenberg von der Hausverwaltung Utsch in Worms, möchte sich zu den Fragen der RHEINPFALZ, ob es bereits einen neuen Pächter gebe oder ob noch einer gesucht werde oder ob das Hotel gar nicht mehr verpachtet werden soll, nicht äußern. „Dazu sage ich nichts“, so Wittenberg.
Mindestens 15.000 Übernachtungen pro Jahr
Allein die Schließung ist schon jetzt für die Stadt ein herber Verlust. „Wir haben keinerlei offizielle Informationen, weder über die Schließung noch darüber, wie es weitergeht“, sagt Stadtbürgermeister Hermann Augspurger. Die Schließung sei für die Stadt eine schlechte Nachricht. „Ich hoffe im Interesse der Stadt, dass sich ein guter Pächter findet, der das Haus weiterführt“, betont Augspurger.
Denn die Stadt hatte bereits im ersten Halbjahr 2019 rund 6000 Übernachtungen weniger als im Vorjahr, ein Einbruch von fünf Prozent. 109.000 Gäste haben in dieser Zeit in der Kurstadt übernachtet. Ursache für den Rückgang war unter anderem die Schließung des Gästehauses „Quellenhof“ und dramatische Einbrüche bei den Übernachtungszahlen im „Haus Interest“ im Kurviertel 2 wegen der Großbaustelle eines Wohnparks für Senioren. Jochen Anthes vom Tourismusbüro hatte die Übernachtungszahlen im Hotel Kurparkblick im vergangenen Jahr auf mindestens 15.000 pro Jahr geschätzt, das wären noch einmal weit mehr als zehn Prozent weniger Übernachtungen, sollte das Haus geschlossen bleiben.