Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Bereit für Posten an der Verwaltungsspitze

Freimersheim Dorfchef Daniel Salm möchte VG-Bürgermeister werden.
Freimersheim Dorfchef Daniel Salm möchte VG-Bürgermeister werden.

Wäre der elterliche Betrieb größer gewesen, wäre Daniel Salm wohl Landwirt. Den Freimersheimer zog es stattdessen in die Wirtschaft. In einer Spedition ist er Abteilungsleiter. Nun will er eine Verwaltung führen.

Die Erfahrungen auf den Acker- und Rebflächen des elterlichen Betriebs haben Daniel Salm geprägt. Er habe früh Verantwortung übernehmen dürfen. Er kümmerte sich beispielsweise um Kühe und Schweine, war bei der Ernte dabei und durfte auch landwirtschaftliche Maschinen lenken. Als Jugendlicher hatte er sich deshalb auch gut vorstellen können, beruflich in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Doch dafür waren wir von der Betriebsgröße her zu klein. Wir hätten expandieren müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein“, berichtet der Freimersheimer. So kam es, dass er einen anderen Beruf anstrebte. Nach der Schule ging er eine kaufmännische Ausbildung an und arbeitet heute in einem Speditionsunternehmen in Mannheim.

Parallel ebnete sich für den 38-Jährigen der Weg in die Lokalpolitik. Familienangehörige hatten sich bereits für das Dorf engagiert, insofern war sein Einzug in den Gemeinderat nicht ganz überraschend. Allerdings empfahl sich Salm indirekt für das Ehrenamt, und zwar durch sein Engagement im Kirchbauverein, in dem er als erster Vorsitzender fungierte. Im Dorf machte seine Kandidatur für das Amt des Ortsbürgermeisters schon die Runde, da hatte er sich noch gar nicht entschieden, ob er das möchte. Schließlich mache es einen Unterschied, ob man für einen Verein oder für das Dorf verantwortlich ist. Die Aufgabe reizte ihn aber, zumal er schon damals Teil der Freien Wählergruppe war. Das Vertrauen in seine Person wollte er zurückzahlen. Das war 2009.

Für Kitas zuständig

Salm ist seitdem nicht nur an der politischen Basis tätig, als Ortsbürgermeister für Freimersheim im Einsatz, wo Entscheidungen für die Zukunft des Dorfes getroffen werden. Er kennt auch die Strukturen der Verbandsgemeinde-Verwaltung. Seit sieben Jahren fungiert er dort als ehrenamtlicher Beigeordneter. Die Zeit sei reif, um die Spitze der Verwaltung zu erklimmen. Deshalb hofft er, aus der Stichwahl am Sonntag als Sieger hervorzugehen.

Unter anderem die Kitas in der VG hat Salm derzeit als Beigeordneter im Blick. Ganz praktisch für sein Privatleben, da er auch mitreden kann, wenn seine Lebensgefährtin Kirsten Pfaffmann von ihrem beruflichen Alltag berichtet. Sie arbeitet nämlich als Kita-Erzieher. „Er setzt sich für unsere Bedürfnisse ein“, urteilt seine Partnerin. Was sie grundsätzlich an ihm schätze, sei sein Enthusiasmus, den er an den Tag lege. „Er geht die Sachen immer euphorisch an.“ Stehen Treffen mit Freunden oder andere Termine an, habe er schon alles organisiert. Es sei denn, es geht um handwerkliche Projekte. Das zählt nicht zu seinen Stärken, wie der Freimersheimer gesteht.

Eine besondere Kindheitserinnerung von Salm spielt passenderweise im Kindergarten. „Es gab bei uns in der Einrichtung gute und nicht so gute Schaufeln. Ich hab’ immer geschaut, dass ich, wenn ich früher da war, von den guten Schaufeln welche für meine Freunde beiseitelegen kann.“ Später, als Jugendlicher, setzte sich Salm als Schülersprecher für die Schülerschaft ein.

„Lasse dich nicht verbiegen“

Apropos Schule: Als kleiner Junge stieg Salm bei Wind und Wetter auf sein Rad, um zur Gäuschule in Böbingen zu kommen. „Es musste schon sehr viel regnen, dass ich gefahren werden musste.“ Noch heute schwinge er sich, so oft es gehe, auf sein Velo, etwa für Ausflüge oder um damit zu Terminen zu kommen. Welche Sportart ihn interessiert? „Tischtennis“, antwortet Salm. Dem Hobby ging er auch im Verein nach. Darüber hinaus habe er eine Vorliebe für Kartenspiele, wenn in der Familie die Spiele ausgepackt werden.

Beim Thema Familie kommt Salm auch auf seine Großmutter zu sprechen, die er noch erleben konnte. Und um die er sich zeitweise im Elternhaus kümmerte. Nach ihrer plötzlichen Erblindung sei sie besonders auf fremde Hilfe angewiesen. „Sie sagte immer, dass ich mich nicht verbiegen lassen soll. Das habe ich unter anderem von ihr gelernt.“

Daniel Salm als Zehnjähriger bei der Kartoffelernte 1993 in Freimersheim.
Daniel Salm als Zehnjähriger bei der Kartoffelernte 1993 in Freimersheim.
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