Kreis Südliche Weinstraße „Berater kennen die Tricks“

Enkeltrick oder falscher Polizist: Meist sind es Senioren, die mit perfiden Methoden um teils hohe Summen gebracht werden. Fünf Bürger aus der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern beraten seit vier Jahren rund um das Thema Sicherheit. Sie werden aber wenig angefragt. Das soll sich jetzt zusammen mit dem Seniorenbeirat ändern.
„Es gibt sehr viel Handlungsbedarf, die Berater kennen die Tricks, mit denen Menschen um ihr Vermögen gebracht werden“, weiß Mario Roth von der Polizeiinspektion Bad Bergzabern, der die Sicherheitsberater ausgebildet hat und begleitet. In der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats haben sie sich vorgestellt. „Sicher zu Hause und unterwegs“ ist das breite Themenfeld der Berater. „Bis heute hat bei mir keiner angefragt. Warum weiß ich nicht, wir wollen nur helfen“, bedauert Klaus Schneider. „Seit dem regen Beginn ist die ganze Sache etwas eingeschlafen“, bestätigte Peter Weber. Die Sicherheitsberater seien in der Verbandsgemeinde einfach nicht bekannt, fand Herbert Schönig. Über großes Interesse bei einer Veranstaltung in Schweigen-Rechtenbach berichtete Klaus Schneider. Waltraud Bandner ist die fünfte im Bunde der Sicherheitsberater. „Wir werden etwas für sie tun“, versprach die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Anna Schneider. Die Aktiven in den Gemeinden, zum Beispiel die Organisatoren der Seniorennachmittage, sollen unter anderem angesprochen werden. Bedauerlich fand der erste VG-Beigeordnete Martin Engelhard, dass die Sicherheitsberater so wenig zum Einsatz kommen. „Die Kombination Seniorenbeirat und Berater ist sehr gut“, so Engelhard. Sollen die Mitglieder des Seniorenbeirats ab einem Alter von 65 Jahren oder ab 60 Jahren gewählt werden können? Das war die Frage, die nach einem Antrag von Wolfgang Thiel (SPD) diskutiert wurde. „Wir sind in Bad Bergzabern mit 65 Jahren die absolute Ausnahme in ganz Deutschland“, so Thiel, der für 60 Jahre plädierte. Vorsitzende Anna Schneider schlug vor, für die fünf Mitglieder der Beirats aus den Fraktionen das Eintrittsalter bei 65 Jahren zu belassen. Für die weiteren sechs Mitglieder des Beirats aus Kirchen, Sozialverbänden oder Seniorenheimen soll es keine Altersgrenze geben. „Vertreter dieser Institutionen müssen keine Senioren sein, da sie die Probleme ja aus ihrem Beruf kennen“, so das Argument von Schneider. Entscheiden wird der Verbandsgemeinderat. Der Vorschlag des Seniorenbeirats – bei neun Ja- und zwei Neinstimmen – war es, das Eintrittsalter für Vertreter von Parteien bei 65 Jahren zu belassen, auch geschuldet der mit fast 40 Prozent großen Zahl von Menschen über 65 Jahren, die in Bad Bergzabern leben. Einstimmig war der Beschluss, die Altersgrenze für die anderen Mitglieder aufzuheben. Beschlossen wurde auch, den Seniorenrat der Stadt Weißenburg einzuladen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. „Es ist kein Seniorenbeirat wie bei uns, sondern ein Seniorenrat. Organisatorisch ist er ein Ausschuss der Stadt, dem die stellvertretende Bürgermeisterin vorsteht“, informierte Engelhard.