Kreis Südliche Weinstraße „Bauern sterben leise“

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Impflingen. Der Kreisverband Südliche Weinstraße des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd wählt am morgigen Dienstag um 19 Uhr im Haus zum Abtsberg in Impflingen seinen Vorsitzenden sowie turnusmäßig die Hälfte der Vorstandsmitglieder. Will der 58-jährige Reinhold Hörner aus Hochstadt, der seit 16 Jahren an der Spitze des Kreisverbands steht, weiter an vorderster Front stehen?

Herr Hörner, sind Sie zu einer weiteren Kandidatur bereit?

Ich bin nicht amtsmüde, was aber nicht bedeutet, dass ich für einen Nachfolger den Platz nicht frei machen würde. Bislang hat sich aber niemand zu einer Kandidatur bereit erklärt. Deshalb werde ich mich erneut der Wahl stellen. Wie kamen Sie ins Amt? 2001 wurde ich erstmals als Nachfolger von Fritz Steegmüller gewählt. Als Vorsitzender der Landjugend gehörte ich bereits im Alter von 20 Jahren dem Vorstand an. Als Dieter Ziegler Landwirtschaftsminister wurde, hat Fritz Steegmüller den Vorsitz übernommen. Da dieser kein Winzer war, habe ich als Stellvertreter den Bereich Weinbau übernommen. Worin sehen Sie Ihre größten Erfolge? Wir haben in den zurückliegenden 20 Jahren für unsere Region und unseren Berufsstand viel erreicht und können darauf stolz sein. Die Pfalz und die Südliche Weinstraße im Speziellen haben sich super entwickelt. Viele Winzer, Weingüter, Genossenschaften und Kellereien haben einen guten Namen und stehen gegenüber anderen Regionen hervorragend da. Ich möchte nur die Stichworte Wein und Tourismus nennen, die durch Synergien und Kooperationen viel Erfolg bringen. Was sind die Probleme? Die Landwirtschaft im Allgemeinen steckt in der größten Krise unserer Generation. Im Fassweinbereich ist der harte Kampf, den die Discounter der Landwirtschaft aufdrängen, deutlich zu spüren. Die Fassweinpreise sind schon im zweiten Jahr nicht kostendeckend, gleichzeitig steigen die Auflagen und Kosten mit der Konsequenz, dass viele Kollegen ihre Betriebe aufgeben. Das vergangene Jahr mit dem vielen Regen und Pilzbefall hat einige Betriebe arg in Schieflage gebracht. In der Landwirtschaft sieht es noch schlimmer aus. Getreidepreise von 15 Euro und schlechte Ernten, das ist nicht lange zu verkraften. Bauern sterben leise. Sie schließen ihre Höfe nicht wegen Reichtum, sondern sind in der Regel wirtschaftlich dazu gezwungen. Viele leben seit Jahren von der Substanz. Was sind bei einer Wiederwahl Ihre Ziele? Ich will weiter mithelfen, die Pfalz als Marke in allen Bereichen weiterzuentwickeln und dadurch die Betriebe wirtschaftlich zu festigen. Das Thema Biodiversität in der Landwirtschaft möchte ich helfen, weiter zu etablieren. Hier haben wir an der Südlichen Weinstraße bereits einiges auf den Weg gebracht. Das Ansehen der Bauern und Winzer in der Bevölkerung muss sich wieder ändern. | Interview: Gerhard Sommer

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