Edenkoben
Bau der neuen Kita rückt näher
Himmelsleiter, Sternenstaub, Kugelstern, St. Ludwig – so nennen sich die vier Kindertagesstätten in Edenkoben, die in kommunaler beziehungsweise kirchlicher Trägerschaft sind. In diesen werden aktuell etwas weniger als 300 Kinder betreut. 286, um genau zu sein. Seitdem für das Personal und die Berufskollegen im Land neue Vorgaben gelten und bekannt ist, dass auch hierzulande der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter steigen wird, sieht sich die Stadt zum Handeln gezwungen.
In trockenen Tüchern ist zwar noch nichts, der Vertrag mit dem Träger der neuen Einrichtung muss noch nach einer Beratung im Stadtrat erstellt und unterschrieben werden. Der Baustart der neuen Kita rückt allerdings näher. Läuft alles nach Plan, dürften möglicherweise im Spätsommer die Bagger anrollen. So berichtet es die zuständige Beigeordnete Charmaine Beyer (CDU) im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Für wie viele Kinder es Platz geben soll
Als Standort für die fünfte Kita in der Stadt wurde die Freifläche hinter der Berufsbildenden Schule (BBS) auserkoren. Ein Gelände, das im Süden an der Rhodter Straße angrenzt und im kommunalen Besitz ist. Träger der Einrichtung soll die Lebenshilfe Südliche Weinstraße sein. Die Organisation aus Offenbach soll bis zu 60 Mädchen und Jungen im Haus aufnehmen. Dabei handelt es sich allerdings nicht ausschließlich um neu geschaffene Betreuungsplätze.
Denn wenn der Neubau steht und darin Leben einkehren darf, können in anderen Kitas in der Stadt Betreuungsplätze reduziert werden, wenn die räumlichen Kapazitäten erschöpft sind, zum Beispiel in der katholischen Kita, wo sich derzeit um die 75 Kinder gekümmert wird, wie Beyer berichtet.
Wie sich die Kosten für den Neubau aufteilen
Die Stadt wird den Großteil der Kosten für den Neubau stemmen, die nach aktuellen Schätzungen unterm Strich vier bis fünf Millionen Euro betragen dürften. Die Lebenshilfe würde einen Betrag in Höhe von 250.000 Euro beisteuern, hinzu kommt eine Förderung vom Landkreis SÜW, deren Höhe von der Anzahl der neu geschaffenen Kita-Plätze abhängt. Laut der aktuellen Bedarfsplanung des Kreisjugendamtes werden für Edenkoben 20 zusätzliche Betreuungsplätze benötigt, wie Charmaine Beyer erläutert.
In der neuen Kita soll nicht nur frisch gekocht werden. In dem Konzept für den Kita-Betrieb ragen zwei Punkte heraus, worin sich die neue Einrichtung von bestehenden Kitas im Umkreis abheben wird. Zum einen soll die neue Kita den Spielplatz an der Peter-Graeber-Straße in ihr Außengelände integrieren. Die Anlage soll dann bis zum Nachmittag den Kita-Kindern vorbehalten sein, im Anschluss soll sie für andere Kinder aus nah und fern geöffnet werden.
Therapeuten im Personal
Zum anderen sollen therapeutische Angebote in den Kita-Alltag eingebunden werden. Nicht nur für die beeinträchtigten Kinder im Haus, die ebenfalls aufgenommen werden sollen. Denn Inklusion soll dort großgeschrieben werden. Es sollen generell alle Mädchen und Jungen der Kita bei Bedarf von den Behandlungen der Logopäden, Physio- oder Ergotherapeuten profitieren. Das ist das Neue, das der Lebenshilfe SÜW nach Angaben ihres Vorstands Marina Hoffmann für die neue Kita in Edenkoben vorschwebt. Die Kleinen sollen dort abgeholt werden, wo sie sich vom Entwicklungsstand her befinden, so Hoffmann.
In Bad Bergzabern, wo die Lebenshilfe bereits Trägerin einer Einrichtung und für eine weitere im Gespräch ist, gehören zwar auch Therapeuten zum Personal. Die medizinischen Dienstleitungen dort stehen aber nicht für alle Knirpse bereit, was unter anderem damit zu tun hat, dass für die pädagogische Betreuung und die therapeutische Behandlung verschiedene Ämter dahinter stehen.
Wann die Kita bezugsfertig sein soll
Die Mütter und Väter in Edenkoben, deren Kinder die neue Kita besuchen, werden von dem therapeutischen Angebot auch deshalb profitieren, weil sie dann nicht mehr von der Kita zu einem Therapeuten in der Umgebung hetzen müssen.
Die neue Kita ist vorerst für drei Gruppen ausgelegt. Bezugsfertig könnte sie im Frühjahr oder Sommer 2024 sein. Wobei die Corona-Krise gezeigt hat, wie schnell sich Bauprojekte unter anderem wegen der Lieferengpässe verzögern können, wie Beyer anmerkt. Eine Erweiterung um zwei weitere Gruppen hätte die Stadt als Option in der Hinterhand, sofern die Nachfrage in den folgenden Jahren noch weiter steigen sollte.