Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Bergzabern: Telemedizin-Projekt des Landes soll Hausärzte bei Hausbesuchen entlasten

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Die Region Bad Bergzabern und Dahn ist eine von landesweit vier Regionen, in denen über die Laufzeit von zwei Jahren ein Projekt mit dem Namen „Telemedizin-Assistenz“ getestet werden soll. Das hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitgeteilt. Ziel des Pilotvorhabens ist es, Hausärzte in ländlichen Regionen durch Hausbesuche einer Telemedizin-Assistenz (TMA) zu entlasten. Wie funktioniert das genau?

Viele Hausärzte auf dem Land haben nur noch wenig Zeit –, auch weil es immer weniger von ihnen gibt. Das Landesprojekt „Telemedizin-Assistenz“ soll diesen Medizinern mehr Luft im Arbeitsalltag verschaffen. Und so funktioniert es: Telemedizin-Assistenzen nehmen Hausbesuche bei Patienten des jeweiligen Hausarztes wahr. Mithilfe einer speziellen Ausstattung können sie beispielsweise bestimmte Vitalparameter erfassen und diese – etwa über ein Tablet – in die Praxis schicken. Der Arzt kann die eingehenden Daten und auch Fotos des jeweiligen Patienten sichten, bewerten und bei Bedarf mit der TMA vor Ort in Kontakt treten. Auch eine Videotelefonie zwischen Patient und Arzt ist mit der Ausstattung während des Hausbesuchs der Telemedizin-Assistenz möglich.

Die Zusammensetzung der Ausstattung wird nach Angaben des Ministeriums in Absprache mit den Praxen und Telemedizin-Assistenzen auf deren Anforderungen abgestimmt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die Technik mit der jeweiligen Praxissoftware kompatibel ist und alle Datenschutzanforderungen erfüllt werden. Die Assistenzen – es sind Praxismitarbeiter - werden in der Anwendung der Ausstattung geschult. Diese sollen auch die Möglichkeit erhalten, auf geleaste Elektroautos für ihre Hausbesuche zurückgreifen zu können.

E-Autos für Hausbesuche

Das Pilotprojekt wird evaluiert und könnte bei einem Erfolg auf das ganze Land übertragen werden. An dem Vorhaben beteiligen sich neben dem Ministerium, das dieses initiiert hat, beispielsweise der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz sowie zahlreiche Krankenkassen. Geld für das Leasen von Ausstattung und Fahrzeugen sowie für das Schulen von Praxismitarbeitern soll aus dem Topf des Programms „Gesundheit und Pflege - 2020“ kommen. In den vier Modellregionen sind zunächst Infoveranstaltungen geplant. Auch damit sollen pro Testregion fünf bis zehn Hausarztpraxen dafür gewonnen werden, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Für Alexander Schweitzer, Landtagsabgeordneter und SPD-Fraktionschef in Mainz, ist die Projektteilnahme ein Erfolg für die Region Bad Bergzabern, wie er im Gespräch mit der RHEINPFALZ betont. Im vergangenen Jahr hatte die Kassenärztliche Vereinigung überraschend die ärztliche Bereitschaftspraxis in der Kurstadt geschlossen. Das neue Projekt sei zwar kein Ersatz dafür, sagt Schweitzer, aber die Region werde davon profitieren, nachdem sie durch die Schließung der Bereitschaftspraxis einen Verlust habe hinnehmen müssen.

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