Kreis Südliche Weinstraße Bad Bergzabern: Blinde Zerstörungswut an Reifen und Scheiben ausgelassen

Mit einem Pflasterstein dieser Größenordnung wurden die Scheiben zersplittert.
Mit einem Pflasterstein dieser Größenordnung wurden die Scheiben zersplittert.

Bad Bergzabern: In der Vergangenheit fiel ein 31-Jähriger aus Bad Bergzabern mit Beleidigungen, Bedrohungen und auch Körperverletzungen bei der Polizei auf. Nun ist er offenbar total durchgedreht, hat mehrere Autoreifen platt gestochen und Scheiben mit einem Pflasterstein zersplittert. Er wurde ertappt und in eine Klinik eingeliefert.

Für die Ermittlungsbehörden fällt es zwei Tage danach schwer, die genaue Schadenshöhe zu beziffern. „Es kann gut sein, dass sich Opfer des Reifenstechers noch in Urlaub befinden und Anzeigen wegen der kaputten Reifen nachgemeldet werden“, gibt Dieter Wolf, Leiter der Polizeiinspektion, auf Anfrage zu bedenken. Zudem müssten die zuständigen Leute der geschädigten Geschäfte erst erreicht und befragt werden, welche Schäden ihnen bei dem Scheibenzerdeppern entstanden seien. Fast steht laut Polizei, dass der offenbar psychisch Kranke seine blinde Zerstörungswut bereits am Mittwoch das erste Mal an dem Eigentum anderer Menschen ausließ. Am Nachmittag kam es in Bad Bergzabern im Rötzweg zu Beschädigungen an zwei geparkten Fahrzeugen. Mit einem spitzen Gegenstand zerkratzte der Mann die Fahrerseiten der beiden Autos. In den Abendstunden soll sich der 31-Jährige auf den Weg zum Hauptgebäude der VR-Bank gemacht haben, wo mit einem Stein zwei Glasscheiben zersplittert wurden.

Pflastersteine in Eingangstüren und Schaufenster geworfen

Am Donnerstag, 9 Uhr, gingen bei der Polizeiinspektion Bad Bergzabern Telefonanrufe ein, wonach ein Mann mittleren Alters, dunkel gekleidet, an geparkten Autos mit einem spitzen Gegenstand Reifen kaputt steche und sich dann zu Fuß aus dem Staub mache. Die nächsten Ausraster-Meldungen ließen nicht lange auf sich warten. Der Mann werfe außerdem im Gewerbegebiet Pleisweiler mit Pflastersteinen Eingangstüren und Schaufensterscheiben ein. Betroffen waren nach Polizeiangaben beispielsweise Aldi, Takko, Penny, Sparkasse, Postfiliale und Hofmeister. Doch die erste Fahndung der Polizei brachte keinen Erfolg. Gegen 10.45 Uhr konnte der Mann nach einem Zeugenhinweis identifiziert und von Beamten festgenommen werden. Als Beweismittel gesichert hat die Polizei einen Pflasterstein, mit dem die Fenster beschädigt wurden. Ob der Täter jedes Mal einen Stein bis zum nächsten Mal mitnahm oder ob er sich von Fall zu Fall einen neuen Wurfgegenstand besorgte, ist nicht ermittelt.

Ins Pfalzklinikum Klingenmünster gekommen

Wie sich zeigte, handelte es sich bei dem Mann laut Polizei um einen 31-Jährigen aus Bad Bergzabern, der nach einem Geständnis umgehend in das Pfalzklinikum Klingenmünster kam. Der Mann war bereits in der Vergangenheit mehrfach mit Ausrastern aufgefallen und vorübergehend in einem psychiatrischen Krankenhaus in Behandlung. Meldeten sich zunächst rund 20 Fahrzeughalter bei der Polizei und erstatteten Anzeige wegen Reifenstecherei, so hat sich die Zahl gestern auf elf Geschädigte relativiert. Polizeichef Dieter Wolf erklärte diesen Widerspruch gegenüber ursprünglichen Meldungen damit, dass Geschädigte mehrmals angerufen und seine Beamten zunächst nur Strichlisten geführt hätten. Die Ermittlungen würden noch eine ganze Weile andauern. In den sozialen Netzwerken wurden unterdessen Gerüchte gestreut, dass die Taten mit Migrantengewalt in Zusammenhang stehen. „Das ist absoluter Quatsch und politische Brandstiftung“, sagte Wolf.

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