Kreis Südliche Weinstraße
Bad Bergzabern: Auf städtischem Friedhof wird ein Memoriam-Garten angelegt
Memoriam-Gärten liegen absolut im Trend. Auch auf dem städtischen Friedhof in Bad Bergzabern wird so ein parkähnlich gestaltes Gemeinschaftsgrabfeld nach Vorbild des Landauer Friedhofs angelegt. Vorgesehen dafür ist die rund 800 Quadratmeter große Freifläche direkt gegenüber der Trauerhalle. Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung in der abgelaufenen Legislaturperiode bei einer Enthaltung den Weg dafür freigemacht.
Die Neugestaltung des Friedhofs ist ein schon lange heiß diskutiertes Thema in der Kurstadt. Nachdem sich bereits der Friedhofsausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss intensiv mit dem Thema Memoriam-Garten beschäftigt haben, stellten nun Alexander Schmitt von der Genossenschaft der Friedhofsgärtner in Rheinland-Pfalz und Michael und Denis Christoffel von der gleichnamigen Gärtnerei aus Pirmasens das Konzept im Stadtrat vor.
Auf der für den Memoriam-Garten vorgesehenen Fläche könnten voraussichtlich rund 100 Parzellen für Bestattungen angeboten werden, sagte Schmitt. Verschiedene Grabarten seien möglich. An der in Bad Bergzabern geltenden Friedhofssatzung ändere sich nichts. Schmitt erläuterte die Gestaltung eines solchen Gartens in Form einer kleinen Parkanlage, in welcher jeder Verstorbene eine individuelle Grabstätte mit namentlicher Nennung erhält. „Neben der gärtnerischen Bepflanzung wird die Anlage durch Sitzgelegenheiten, Kunstgegenstände oder Wasser zu einem Ort, der der Seele guttut und bei der Trauerarbeit hilft“, sagte Schmitt.
Der Memoriam-Garten wird von der Gärtnerei Christoffel angelegt und gepflegt. Die Genossenschaft der Friedhofsgärtner überwacht die Pflege und bezahlt die Gärtnerei nach getaner Arbeit. Bürger haben die Möglichkeit, sich in diesen Garten einzukaufen. Sie erwerben damit das Recht auf komplette Grabpflege während der gesamten Liegezeit. Die Genossenschaft verwaltet das Geld treuhänderisch und würde sich im Falles des Ausscheidens der Gärtnerei Christoffel um Ersatz kümmern. Die Kosten für den Nutzer sind sehr unterschiedlich und hängen von der Grabart und der Laufzeit ab. Ein Urnenwahlgrab würde für die Dauer von 20 Jahren mit individuell aus dem Sortiment wählbaren Grabsteinen und kompletter Pflege rund 6300 Euro kosten, informierte Schmitt.
Im Rat wurde nach einer möglichen Erweiterung des Gartens gefragt. Diese sei unproblematisch, bestätigten Schmitt und Denis Christoffel. Sukzessive könne auf freiwerdenden Flächen der Garten erweitert werden.
Ein Memoriam-Garten sei absolut zu begrüßen, meinte Hans-Peter Geiger (SPD), er passe in die Kurstadt. „Aber das entbindet das Gartenamt der Stadt nicht, das seit zwei Jahren versprochene Gesamtkonzept für den Friedhof endlich vorzulegen“, betonte Geiger. Ein Memoriam-Garten entbinde aber auch die Bürger nicht von ihrer Pflicht, die Gräber auf dem Friedhof zu pflegen, sagte Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU). Mit dem Memoriam-Garten sei ein Anfang gemacht, meinte die für den Friedhof zuständige Stadtbeigeordnete Monika Scheder (CDU). Der Weg hierhin sei auch wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt schwierig gewesen. „Ich denke, das Konzept passt zu unserer Stadt“, so Scheder.