Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel B10: LBM lässt 600 Bäume am Straßenrand fällen

Bis nächste Woche laufen die Rodungsarbeiten am Straßenrand noch.
Bis nächste Woche laufen die Rodungsarbeiten am Straßenrand noch.

Forstarbeiter sind an der B10 bei Wilgartswiesen unterwegs. Hunderte Bäume werden gefällt, auch große Eichen und Bäume auf einer Felswand. Was ist der Grund für den Kahlschlag?

Entlang der B10 bei Wilgartswiesen tut sich gerade einiges. Nicht nur, dass für die geplante Lkw-Rastanlage und B10-Abfahrt Erdmassen bewegt werden und große Baumaschinen im Einsatz sind, nur wenige Meter entfernt sind seit Montag auch etliche Forstarbeiter unterwegs. Denn dort sind gerade großflächige Rodungsarbeiten im Gange. Und zwar aus einem wichtigen Grund, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern sagt. In dieser und in der nächsten Woche sollen auf einer Fläche von insgesamt rund 1,5 Hektar ungefähr 600 Bäume gefällt werden, teilt der LBM auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Dafür sind Sperrungen notwendig.

Betroffen ist ein 600 Meter langer Streckenabschnitt ab der Abfahrt Spirkelbach/Wilgartswiesen in Fahrtrichtung Landau. Da die Arbeiten mit Fahrzeugen und Geräten weitestgehend von der Straße aus erledigt werden, müsse eine der beiden Richtungsfahrbahnen für den normalen Verkehr dicht gemacht werden, hatte der LBM im Vorfeld angekündigt. Doch in den ersten Tagen war von Sperrung noch keine Spur. Auf Nachfrage erklärt die Verkehrsbehörde, dass die Arbeiter aufgrund der guten Witterung und Bodenfrostes direkt auf der Grünfläche hätten tätig werden können und nicht die B10-Fahrbahn als Zugang brauchten. „Punktuell konnte die Fläche so bodenschonend befahren und die Beeinträchtigung für die Verkehrsteilnehmer möglichst gering gehalten werden“, berichtet Niklas Linck, Fachgruppenleiter Betrieb beim LBM. Zudem gab es am Mittwoch eine komplette Pause auf der Baustelle. Aber das hatte einen ganz anderen Hintergrund.

Wie lange dauert Sperrung auf B10?

„Die Arbeiten wurden am Vormittag kurzzeitig unterbrochen, da die ausführende Firma zu einem dringenden Einsatz im Auftrag der Deutschen Bahn ausrücken musste“, berichtet Linck. Am Nachmittag seien die Arbeiten aber gleich fortgesetzt worden. Seit Donnerstag müssen sich Auto- und Lkw-Fahrer nun auch auf die halbseitige Sperrung der B10 einstellen, die die Arbeiter für die restlichen Gehölzarbeiten benötigen. Zusätzlich wird die parallel zur B10 verlaufende K56 halbseitig gesperrt und der Verkehr per Ampelschaltung geregelt. Zur Fällung einzelner Bäume könne es aus Sicherheitsgründen auch erforderlich werden, die K56 kurzzeitig in beide Richtungen zu sperren. Dann können sich die Autofahrer auf Wartezeiten „bis zu 10 Minuten“ einstellen, wie das Baustellen-Ampelschild am Straßenrand ankündigt.

Bis zu 10 Minuten Wartezeit: Das ist mal eine Ansage.
Bis zu 10 Minuten Wartezeit: Das ist mal eine Ansage.

Dafür dürfte die ganze Rodung schneller über die Bühne gehen, als ursprünglich angekündigt. Der LBM hatte zunächst Freitag, 24. Februar, als Fertigstellungstermin genannt. Da die Arbeiten bislang aber sehr schnell vorangeschritten seien, „gehen wir derzeit davon aus, dass diese bereits Anfang der kommenden Woche beendet sein könnten“, so Linck.

Aber warum müssen überhaupt so viele Bäume entlang der Bundesstraße weichen? Dies diene der „Gefahrenabwehr“, wie der LBM mitteilt. Ein Baumsachverständiger habe an dieser Stelle festgestellt, dass einige Bäume nicht mehr genug stand- und bruchsicher sind. Deswegen müssten diese nun zurückgeschnitten beziehungsweise gefällt werden, um nicht zum Sicherheitsrisiko für den vorbeirauschenden Verkehr zu werden. Die Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, so der LBM-Mitarbeiter.

Fällkran auf Felswand

Der größte Anteil entfalle auf „labilen Weichholzbestand“ mit Pappeln, Weiden und jungen Birken, die einen Durchmesser von 10 bis 30 Zentimeter hätten. Dazwischen befinde sich noch ein Fichtenbestand, der vom Borkenkäfer befallen und bruchgefährdet sei, erklärt Linck. Es würden aber auch stärkere Bäume mit einem größeren Durchmesser entnommen, deren Standsicherheit nicht mehr gegeben sei. Bei jenen stärkeren Eichen bestehe die Gefahr, dass sie auf die K56 fallen könnten, berichtet Linck. Diese abgängigen Eichen würden jedoch nur so weit zurückgeschnitten, dass sie kein Sicherheitsrisiko mehr für den Verkehr darstellten und noch ein Habitat für Insekten bestehen bleibe. Wildobstgehölze und liegendes Totholz bliebe im mittleren Rodungsbereich aus Naturschutzgründen erhalten.

Zudem werden vor Wilgartswiesen Bäume auf einer Felswand entfernt, wie der LBM informiert. Dafür werde ein spezieller Fällkran genutzt, um auch die Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

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