Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel B-10-Abfahrt Queichhambach soll mit Doppel-Kreisel kreuzungsfrei werden

Wer bei Queichhambach abfahren will, muss die B?10 queren. Das soll sich ändern. Der LBM will die gefährliche Stelle entschärfen
Wer bei Queichhambach abfahren will, muss die B?10 queren. Das soll sich ändern. Der LBM will die gefährliche Stelle entschärfen. Foto: Iversen

Bei seiner Tour durch die Verbandsgemeinderäte Landau-Land und Annweiler hatte der Landesbetrieb Mobilität in dieser Woche nicht nur Ausbaukonzepte für die B-10-Abschnitte Birkweiler und Annweiler im Gepäck, sondern auch für die Anschlussstelle Queichhambach. Die soll endlich kreuzungsfrei werden.

Schon lange wünschen sich die Anrainer-Kommunen, dass die B-10-Anschlussstelle Queichhambach kreuzungsfrei wird. Denn wer aus Richtung Landau kommt und dort abfahren will, muss die Bundesstraße queren. Deswegen hatte der Verbandsgemeinderat Annweiler bereits 2013 eine Resolution für eine rechte Abbiegespur verabschiedet, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Im Juni 2018 machte die LFW-Fraktion einen erneuten Vorstoß. Zwei Monate später hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer eine gute Nachricht zu verkünden: „Wir haben uns Gedanken gemacht und eine Lösungsidee entwickelt“, sagte damals LBM-Leiter Martin Schafft. Die hieß Rechtsabbiegung mit kleinem Kreisel, um die Straßen Richtung Albersweiler und Eußerthal anzubinden.

Aus einem Kreisel sind zwei geworden

Mittlerweile sind knapp anderthalb Jahre vergangen, und die „Lösungsidee“ ist gereift – und hat sich vergrößert. Aus einem Kreisel sind zwei Kreisel geworden, die seitlich oberhalb der B 10 liegen sollen und über eine Brücke verbunden sind. Über holländische Rampen sollen die Zu- und Abfahrten der B 10 daran angebunden werden. Über den Doppel-Kreisel können Fahrer dann sowohl Richtung Queichhambach als auch auf die L 505 Richtung Albersweiler/Eußerthal gelangen.

Die bisherige direkte Verbindung von der L 505 nach Albersweiler fiele weg. Nach der Planung soll der Straßenabschnitt bis zu Neumühle zurückgebaut werden. Aus Richtung Albersweiler bis zur Neumühle bliebe die Straße mit einem Wendehammer erhalten. Auch die bisherige Abfahrt von der B 10 über die Brücke auf die L 505 soll dann abgebaut werden.

Umbau noch vor B-10-Ausbau

Die bisherigen Vorschläge seien verkehrlich nicht optimal gewesen, deswegen habe man sie zu dieser größeren Lösung weiterentwickelt, erklärt LBM-Planer Elmar Goerz. „Wir wollen die Anschlussstelle so umbauen, dass sie dann auch für den vierspurigen B-10-Ausbau geeignet ist.“ Die Anrainer müssen aber nicht auf den B-10-Ausbau warten, bis sich etwas an der Abfahrt tut. Das soll schon vorher geschehen.

LBM-Leiter Martin Schafft rechnet mit fünf Jahren Planungszeit. Zwar gebe es noch keine Kostenschätzung, aber bei der Finanzierung durch den Bund sieht er „keine Probleme“. Da die geplanten Wege in Überschwemmungsflächen für die Queich und ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet hineinragen, ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig. „Wir gehen jetzt die Planungen an“, kündigt Schafft an.

Als er bei der Sitzung des Verbandsgemeinderats Annweiler am Mittwochabend die Pläne vorstellte, wurde auch die Frage nach dem Queichtal-Radweg laut. Wird die Lücke zwischen Albersweiler und Queichhambach geschlossen? Ja, diese Verbindungsachse für Radler sei eingeplant, berichtete Goerz.

Unterführung statt Wildbrücke

Tote Tiere auf der Straße. Solche Anblicke hat man als Autofahrer immer wieder. Noch schlimmer ist es, wenn man selbst einen Wildunfall baut. Wildbrücken können einen Schutz bieten. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer plant eine solche für die B 10 zwischen Queichhambach und Albersweiler. Allerdings erst, wenn der dortige B-10-Abschnitt ausgebaut wird. Und eigentlich handelt es sich auch nicht um eine Wildbrücke, sondern vielmehr um eine Unterführung, wie LBM-Planer Elmar Goerz nun bekannt gab.

Ursprünglich war vorgesehen, eine Wildbrücke nahe an der Anschlussstelle Queichhambach zu errichten. Aber der nun geplante Standort in der Nähe der Klemmtalbrücke auf der Kuppe in Richtung Albersweiler sei aus wildbiologischer Sicht besser, so Goerz. Dort gebe es einen Korridor, der sich besonders für den Wildwechsel anbiete, insbesondere auch für Wildkatzen.

An der Stelle habe die B 10 Dammlage, sei also sehr hoch gebaut. Deswegen eigne sich eine Unterführung für das Wild besser. Andernorts gebe es bereits Erfahrungen mit solch einer Lösung. Man brauche eine große Abmessung, dann könne gewährleistet werden, dass die Tiere die Querungshilfe auch annehmen. Die Unterführung soll mindestens 50 Meter breit werden. Wildzäune auf beiden Seiten entlang der B 10 zwischen Queichhambach und der Klemmtalbrücke sollen die Tiere zu der Unterführung leiten.

Wie viel das Ganze kosten wird, sei noch unklar, so Goerz.

Der LBM plant eine querungsfreie Abfahrtlösung mit holländischen Rampen und zwei Kreiseln.
Der LBM plant eine querungsfreie Abfahrtlösung mit holländischen Rampen und zwei Kreiseln. Plan: LBM
Zwischen Albersweiler und Queichhambach soll im Zuge des B-10-Ausbau auch eine Wild-Unterführung entstehen.
Zwischen Albersweiler und Queichhambach soll im Zuge des B-10-Ausbau auch eine Wild-Unterführung entstehen. Plan: LBM
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