Edenkoben
Bürgermeisteramt als krönender Abschluss des Berufslebens?
Was ihn tagsüber in der Edenkobener Verbandsgemeinde-Verwaltung beschäftigte, das lässt Eberhard Frankmann hinter sich, sobald er die Eingangstür seines Hauses aufschließt. Er habe sich bis dahin mit Arbeitskollegen über die einzelnen Themen ja bereits austauschen können. Am Abend gebe es dann genügend anderen Gesprächsstoff, über den er sich mit seiner Frau Waltraud am Essenstisch unterhalten kann. Beispielsweise über ihre drei Kinder und deren Nachwuchs. Die Frankmanns sind nämlich seit Kurzem Oma und Opa. Das heißt aber nicht, dass sich der 59-Jährige zum alten Eisen rechnet.
In Winzerfamilie aufgewachsen
Der Maikammerer möchte es noch mal wissen. Er möchte Bürgermeister der Verbandsgemeinde Edenkoben werden. Wohlgemerkt, nach mehr als 40 Jahren Verwaltungstätigkeit, die er in seiner Heimatkommune, in Haßloch sowie bei der Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis verbracht hat. Derzeit fungiert er bei der VG Edenkoben als erster Beigeordneter.
Dass er in Rathäusern die Karriereleiter besteigen wird, das hatte sich beim Christdemokraten früh angedeutet. Aufgewachsen in einer sechsköpfigen Winzerfamilie hat er seinen Arbeitsplatz nicht etwa in Weinkellern und zwischen Rebstöcken gesehen. „Wenn es um Handwerkliches ging, wurde mein Bruder gefragt.“ Er selbst habe sich um das Administrative gekümmert, etwa um die Buchhaltung. Er hätte sich zwar vorstellen können, in einem Steuerberaterbüro zu arbeiten. Doch als die Zusage von der Verbandsgemeinde Maikammer kam, war der Weg für ihn bereitet. „Damals war die Konkurrenz groß. Es wäre fahrlässig gewesen, sich solch eine Chance entgehen zu lassen“, erzählt Frankmann.
Vor allem beim Kochen experimentierfreudig
Seitdem sie ihren Mann kennt, hat Waltraud Frankmann nie erlebt, dass er sich über eine lokalpolitische Entscheidung oder ein Ereignis aufregt. „Es gibt keine Meinung, die er nicht akzeptiert. Das ist für ihn gelebte Demokratie.“ Umgekehrt achte ihr Gatte darauf, mit seinen Ansichten niemanden auf die Füße zu treten. So kontrolliert, wie sich Eberhard Frankmann zeigt, verhält er sich auch beim Spielen, genauer beim Kartenspielen. Experimentierfreudiger zeige er sich eher beim Kochen, wenn er das Essen mit allen zur Verfügung stehenden Gewürzen verfeinert. „Ich probiere am Herd gerne was aus“, sagt der Familienvater.
Sollte Eberhard Frankmann bei der Stichwahl am Sonntag an die Spitze der Edenkobener Verwaltung gewählt werden, wird es wohl einige Abendessen mit seiner Frau weniger geben. Schließlich dürfte er dann einen noch volleren Terminkalender haben. Doch das sei zu verkraften, sagt die gelernte Industriekauffrau. Zum einen gebe es ja noch genügend Anlässe, zu denen sie ihren Mann begleiten könne. Zum anderen genieße sie es, morgens mit ihrem Mann entspannter in den Tag starten können. Und zwar seitdem er in Edenkoben arbeitet, sich nicht mehr zum Zug hetzen muss wie früher, als es für ihn nach Ludwigshafen ging.
VW Polo das erste eigene Auto
Ein himmelblauer VW Polo, das war das erste Fahrzeug, das sich Frankmann gleich nach der bestandenen Führerscheinprüfung zulegte. Heute setze er sich in der Regel ans Steuer seines Elektrowagens, um von A nach B zu kommen. Beispielsweise nach St. Martin, wo er bei der Blaskapelle Trompete spielt. Auch am Klavier kann Frankmann Platz nehmen. Sport habe er hingegen sein lassen, nachdem er einige Zeit im Turnverein verbracht hatte. Auch am Fußball blieb er nicht lange hängen.
Was Frankmann prägt, sind unter anderem die Lebenserfahrung und die Erlebnisse seiner Großmutter mütterlicherseits. Sie habe lange Zeit Angehörige gepflegt: erst ihre Schwiegermutter, später ihren Mann, der kriegsverwundet nach Hause zurückgekehrt war, und dann auch noch einen Ukrainer, der zeitweise im Familienbetrieb mitgeholfen hatte, als der Hausherr im Krieg war und später im Haushalt lebte. Diese soziale Ader habe sie ausgezeichnet und ihn geprägt, berichtet Frankmann.