RHODT
Bürger: „Wetterradarturm passt nicht in Landschaft“
Eine neue Radaranlage, um vorherzusagen, wie das Wetter wird, und um vor Unwetterereignissen zu warnen? Damit wären die Bürger durchaus einverstanden, die am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Rhodt gekommen waren und ihre Meinung zum Projekt äußerten. Als es dann aber um den Standort der Anlage ging, war herauszuhören, dass sie diese eher nicht in ihrer unmittelbaren Nähe wünschen.
Extreme Wetterereignisse treten immer häufiger auf. Deswegen will der DWD, der dem Bundesverkehrsministerium angegliedert ist und seinen Sitz im hessischen Offenbach hat, sein Wetterradarnetz erweitern. Dadurch will die Behörde die Bevölkerung schneller vor Starkregen und andere Ereignisse warnen, wie der Technische Vorstand des DWD Klaus-Jürgen Schreiber den Rhodter Bürgern erklärte. Für ein flächendeckendes Radarsystem sei eine kreisförmige Messdatenerfassung in einem Radius von circa 150 Kilometern nötig. Derzeit sind deutschlandweit 17 solcher Stationen in Betrieb. An der Haardt gibt es noch einen „Weißen Fleck“. Deswegen ist der Haardtrand zwischen Neustadt und Annweiler nun das nächste Suchgebiet für den DWD. Ursprünglich war der Kesselberg als geeigneter Standort gewählt, später wurde sich auf die Kalmit fokussiert. Nachdem diese beiden Möglichkeiten aus verschiedenen Gründen verworfen wurden, rückte der Blättersberg im Pfälzerwald oberhalb von Rhodt in den Mittelpunkt. Angedacht ist ein Standort in der Nähe des Ludwigsturms, nicht weit von der Rietburg entfernt. Und das hat einen Grund.
Forstamt möchte anderen Standort
Da das Niederschlagsradar an einer hochgelegenen Stelle platziert werden soll, hatte der DWD schon im Vorfeld einige Standorte aus rein technischer Sicht auserkoren. „Solch ein Wetterturm muss den Blick in die Rheinebene haben, weil genau dort eine hohe Bevölkerungsdichte ist und dort auch Gefahren abgewendet werden müssen“, erklärte Schreiber. Das Radar misst in 360 Grad rundum und sollte möglichst keine Störobjekte vor sich haben. Deswegen muss er größer sein als sein Umfeld.
„Es gibt sicherlich noch andere Standortmöglichkeiten. Bei einem Radius von 150 Kilometern, in dem die Messungen erfolgen, käme geografisch gesehen beispielsweise auch die Region Karlsruhe in Betracht,“ fand Ulrike Abel, Leiterin des Forstamtes Haardt in Landau. Sie schlug eine Machbarkeitsstudie vor, die in einem Abwägungsprozess die gesamte Region umfasst, und man anhand der so gewonnenen Erkenntnisse dann weiterverfahren könnte. Der Haardtrand ist für Abel eine „absolut schützenswerte Region“.Sie sprach damit den Rhodter Bürgerinnen und Bürgern aus der Seele, die in der regen Diskussion immer wieder betonten, wie wertvoll für sie der Haardtrand sei. Vorherrschend waren die immer wieder vorgebrachten Bedenken, dass eine rund 40 Meter hohe Radarstation die Optik beeinträchtige. „Ein solcher Turm passt einfach nicht in die Landschaft“, so die immer wieder geäußerte Meinung der Anwesenden.
„Turm passt nicht in Landschaft“
Norbert Demuth von der Zentrale für Hochwasservorhersagen des Umweltamts Rheinland-Pfalz hielt entgegen, dass seine Dienststelle auf die Daten des DWD angewiesen sei. Die Behörde dränge immer wieder auf eine flächendeckende Messung, da es nur dadurch möglich sei, qualifizierte Prognosen und Unwettervorhersagen zu treffen.
Im Anschluss an die Veranstaltung tagte der Gemeinderat. Dessen Mitglieder wollen das Thema noch mal sacken lassen. „Wir werden es in der nächsten Sitzung weiter beraten“, kündigte Ortschef Armin Pister an.