Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Aufbruchstimmung auf Burg Landeck: Das erwartet die Gäste

Hereinspaziert: Jürgen Stern hat die Sechs-Tage-Woche auf der Burg Landeck eingeläutet. Einziger Ruhetag ist der Dienstag.
Hereinspaziert: Jürgen Stern hat die Sechs-Tage-Woche auf der Burg Landeck eingeläutet. Einziger Ruhetag ist der Dienstag.

Wurde die Gastro auf der Burg Landeck im Januar noch auf Sparflamme betrieben, legt der neue Chef nun richtig los. Er verrät seine Pläne – und was er nicht bieten kann.

Jürgen Stern kann sich nun voll und ganz auf die Burgschänke in Klingenmünster konzentrieren, nachdem er in der Endphase des vergangenen Jahres noch ein Restaurant in Landau zu führen hatte. Das Stern’l, so der Name seines bisherigen Lokals, das sich unweit des Rathausplatzes befand, ist Geschichte. Dort eröffnet bald eine Tapas-Bar.

Auf der Burg Landeck, wo für den erfahrenen Gastronomen zum Jahresanfang ein neues Kapitel begonnen hat, soll nun eine neue Esskultur etabliert werden. Eine Küche, die zum Ort passt und unter den gegebenen Bedingungen auch möglich ist, soll es sein, erklärt der Pfälzer. Die Küche sei sowohl vom Platz als auch von der Ausstattung her nicht darauf ausgelegt, ein Stern’l 2.0 in Klingenmünster zu etablieren. Rumpsteak wie an seinem bisherigen Standort kommt also nicht auf dem Teller. Zumal er nicht mehr der Koch ist, sagt Jürgen Stern, sondern der Betriebsleiter der Burgschänke.

Stern: „Dann braucht es eine kleine Karte“

Auf der Burg komme noch ein anderer Faktor hinzu. Die Speisekarte sei auf Ausflügler ausgelegt, die gerade im Sommer hoch auf die Landeck strömen. Wenn bei gutem Wetter Hunderte Menschen draußen die Sonne und die Aussicht auf die Landschaft genießen, müsse es schnell gehen. „Dann braucht es eine kleinere Karte, damit wir schnell qualitativ gutes Essen servieren“, erklärt Jürgen Stern. Das heißt: Flammkuchen, Wurstsalat, Weißer Käse, vielleicht auch Spinatknödel – viel mehr könne nicht erwartet werden. Also auch keine veganen Speisen, die es zwar anderswo gebe, dafür aber auch zu anderen Preisen.

Ein Rittermahl, das sich manche beim ersten Besuch beim neuen Taktgeber Stern wünschten, passe ebenso wenig in das Programm wie vegane Speisen, sagt der Mittsechziger. Die Speisekarte werde ohnehin nicht komplett neu gedacht. Er lege auf andere Dinge wert. Zum Beispiel, dass die Saucen selbst hergestellt werden und nicht fertig aus dem Eimer kommen. Und dass auch die Suppen frisch zubereitet werden. Kurz: Es geht um Qualität.

Wie viele Speisen im Jahr aus der Küche gehen

Am Ende geht es bei der Burgschänke auch um Zahlen. Bei den mehr als 100.000 Besuchern, die jüngsten Zählungen zufolge jährlich hoch zur Burg wandern oder teils fahren, kann mit einer sechsstelligen Anzahl von Speisen im Jahr gerechnet werden. Das denken sich jedenfalls die Verantwortlichen des Landeckvereins beziehungsweise der von ihm für die Wirtschaft gegründeten Burg Landeck Gastro GmbH.

Der Umsatz werde auf der Burg vor allem im Sommer gemacht, um die besucherärmeren Zeiten, gerade im Januar und Februar eines jeden Jahres, verkraften zu können. Denn auch dann sollen Besucher auf der Landeck einkehren können. Dann landet auf der Tageskarte etwas außer der Reihe, etwa Backfisch oder wie jüngst Nudeln mit Haschee.

Landeckfest soll wieder steigen

Für Unterhaltung wird ebenfalls gesorgt. Gerade im Sommer ist oft Programm. Höhepunkt wird das Landeckfest sein, das am letzten Juni-Wochenende nach zweijähriger Pause wieder gefeiert werden soll. Jürgen Stern möchte noch an Künstler herankommen, die bereit sind, auch ohne Gage die Gäste zu unterhalten. Dafür können sie den Hut herumgehen lassen. Was sich der Pfälzer ebenfalls wünscht: eine Oper. Er selbst habe zwar einen anderen musikalischen Geschmack, aber die Burg Landeck wäre der ideale Schauplatz dafür.

Der Gestaltungsspielraum von Jürgen Stern hat sich also verändert, wenn man bedenkt, dass er in Landau sein eigener Chef war und nun als Angestellter agiert. Doch dieses Abenteuer auf der Burg wollte er. Nicht nur, weil eine Faszination von der Landeck ausgehe, sondern auch, weil für ihn vor allem an solch einem Flecken die Gastronomie zukunftsfähig sei. Dadurch, dass es seit einigen Jahren mehr Menschen in die Natur ziehe, sei immer etwas los. In der Stadt dagegen sei es schwierig geworden, den Besuchern etwas zu bieten, das sich für sie geschmacklich und preislich lohnt. Lohnen muss sich die Sache gleichzeitig auch für den Wirt, der sich mit steigenden Ausgaben für Energie, Personal et cetera konfrontiert sieht.

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