Kreis Südliche Weinstraße Auf dem Trockenen

Auf das Bewässern von Gärten und Sportanlagen soll möglichst verzichtet werden, fordert Werkleiter Martin Engelhard.
Auf das Bewässern von Gärten und Sportanlagen soll möglichst verzichtet werden, fordert Werkleiter Martin Engelhard.

«Bad Bergzabern.» Nur sehr spärlich sprudelt das Wasser aus einer der Quellen bei Schweigen-Rechtenbach. Wassermeister Hubert Wechner zeigt die Stelle am Rand des Beckens, bis zu der das Quellwasser an besseren Tagen steht. Sechs Quellen gibt es bei Schweigen-Rechtenbach. Das Quellwasser wird in einem Hochbehälter oberhalb der Gemeinde gesammelt. Von dort fließt es direkt in die Haushalte – ohne den Einsatz von Pumpen. „Wir haben den Wasservorrat für etwa zwei Tagen in den Behältern gesammelt“, sagt Wechner. Was den Verantwortlichen für die Trinkwasserversorgung in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern Sorgen bereitet, sind die enormen Schwankungen beim Wasserverbrauch. Werkleiter und erster VG-Beigeordneter Martin Engelhard (FWG) hat eine Grafik erstellt, in der der Wasserverbrauch in den einzelnen Gemeinden seit Anfang Mai veranschaulicht wird. Während beispielsweise in Dierbach der Verbrauch im Schnitt bei 62 Kubikmeter pro Tag liegt, waren es am 29. Mai 132. In den anderen Orten sieht es ähnlich aus. In Dörrenbach war der Durchschnittsverbrauch bei 105 Kubikmetern, am 29. Mai waren es 234. „Der 29. Mai ist nur ein Beispiel“, sagt Engelhard, „da war es schon ein paar Tage heiß, und an diesem Tag haben alle ihren Rasen gewässert und ihren Garten gegossen.“ Sofort steigt der Wasserverbrauch enorm an. Ähnlich sieht es aus, wenn die Sportvereine ihre Plätze wässern. „Ich habe schon appelliert, auf die Bewässerung der Anlagen zu verzichten. Bisher ohne großen Erfolg“, klagt Engelhard. Auch die Feuerwehren hat er aufgefordert, auf Übungen zu verzichten. Die Trinkwasserversorgung in der Verbandsgemeinde ist dezentral organisiert. Es gibt neun Versorgungsbereiche mit insgesamt 35 Quellen und neun Tiefbrunnen. Gesammelt wird das Wasser in 16 Hochbehältern. Nicht nur die Orte der VG werden mit Wasser versorgt, auch Weißenburg deckt einen Teil seines Bedarfs mit Trinkwasser aus der Verbandsgemeinde. Die Abgabe erfolgt über das Pumpwerk Steinfeld. „Sorgen bereitet uns das Quellwasser aus dem Pfälzerwald oder vom Haardtrand“, sagt Engelhard. Das sprudelt nicht so wie gewohnt. Keine Probleme gibt es in Steinfeld, wo die Versorgung durch Grundwasser aus Tiefenbrunnen erfolgt. Die einzelnen Versorgungsbereiche sind miteinander verknüpft, sodass im Notfall die Bürger in Schweigen-Rechtenbach mit Grundwasser aus Steinfeld versorgt werden können. „Die beschweren sich dann aber, die sind ihr feines Quellwasser gewohnt und wollen das härtere Wasser aus dem Tiefenbrunnen nicht“, erzählt Wechner. Bisher mussten noch keine Verbote ausgesprochen werden. Engelhard hält sich diese Option aber offen, falls die Appelle nicht fruchten. „Viele Leute denken, das Wasser kostet ja nicht viel, dann kann ich es auch verbrauchen“, so Engelhard. Ein Blick auf die Niederschlagsmenge in den vergangenen Monaten zeigt, welch kostbares Gut Wasser ist. Im ersten Halbjahr 2017 ist in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern nicht halb soviel Regen gefallen wie im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres, wie eine Statistik des Wetterdienstes belegt. Es könnten die Speicherkapazitäten erhöht werden, etwa durch mehr Hochbehälter. „Das wäre aber teuer“, sagt Engelhard, „wir müssten dann den Wasserpreis deutlich erhöhen. Vielleicht würde das beim Verbraucher zum Umdenken führen.“

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