Kreis Südliche Weinstraße Auf dem Sportplatz hat’s gefunkt

Ehrenamtliches Engagement war den Eheleuten Marianne und Josef Immel aus Bad Bergzabern schon immer sehr wichtig. Ob als Helfer beim jährlichen Fest des Fröhlichen Kunterbunts oder bei Besuchen in den Altersheimen der Kurstadt. Immer stand das Helfen im Vordergrund. Mittlerweile lassen sie es etwas ruhiger angehen. Heute feiert das Paar seinen 60. Hochzeitstag.
1958 gaben sich die beiden an einem heißen Samstag in der katholischen Kirche in Albersweiler das Ja-Wort. „Aus reinem Zufall kam ich 1954 nach Albersweiler. Mein Cousin fand ein junges Mädchen dort im Ort mehr als anziehend und drangsalierte mich immer, dass wir unbedingt hinfahren müssten“, erzählt Josef Immel lächelnd. Und an einem Sonntagnachmittag fuhren sie mit dem Motorrad auf den Sportplatz nach Albersweiler. Marianne Immel erinnert sich: „Schon als er vom Motorrad stieg, fiel er mir auf. Natürlich hab’ ich mich sofort wieder zu meiner Freundin umgedreht.“ Auch dem jungen Josef fiel die hübsche Marianne sofort auf. Deswegen stellten sich die Männer dann auch neben die jungen Damen und fingen an zu plaudern. „Also, so wirklich viel habe ich damals nicht von dem Fußballspiel mitgekriegt“, sagt Josef Immel. Dafür verabredeten sie sich alle für den nächsten Sonntag. Da war Kirchweih in Albersweiler. Nach vielen Verabredungen wurde Marianne kurz vor Weihnachten bei der Verlobung der jüngeren Schwester der Familie in Bad Bergzabern vorgestellt. „Es hat wie verrückt geschneit, und mit einem ausgeliehenen Messerschmitt-Kabinenroller holte ich sie bei Schneegestöber ab. Das Gefährt hatte nur drei Räder. Sie können sich vorstellen, wie wir über die Straßen gerutscht sind.“ Zur Hochzeit wurde ein Fass Wein spendiert und eine Wutz geschlachtet. Der Albersweilerer Kirchenchor, in dem Marianne Immel schon seit ihrem 14. Lebensjahr sang, gab ein Ständchen, und im Haus von Mariannes Bruder wurde kräftig gefeiert. Danach zog da s Paar in die Weinbergstraße in Bad Bergzabern ins Elternhaus der Immels zur Mutter. Der Vater war verstorben, der Bruder gefallen und die beiden Schwestern auswärtig verheiratet. Tochter Ute kam 1959 zur Welt und im Jahre 1979 zogen um in die Zeppelinstraße. Nach seiner Lehre als Schreiner bei der Firma Sünder arbeitete Josef Immel noch 22 Jahre dort, ehe er als Hausmeister ins Kreiskrankenhaus wechselte. Fast 26 Jahre lang arbeitete er dort. Seit 1996 genießt er seinen Ruhestand. Seine Frau Marianne war lange Jahre beim Arbeitsamt beschäftigt. Über 26 Jahre sorgte sie dafür, dass das „Essen auf Rädern“ pünktlich an die Altersheime geliefert wurde. Gefeiert wird heute im Kreis der Familie, zu der neben den beiden Enkeln Jennifer und Oliver auch die Urenkel Maja und Romy gehören, und mit einem Gottesdienst.