Kreis Südliche Weinstraße Angst vor dem Luchs? Nein!

Die Grundschule Bruchweiler-Bärenbach zeigte ihr Theaterstück „Die drei Freunde“ rund um den Luchs.
Die Grundschule Bruchweiler-Bärenbach zeigte ihr Theaterstück »Die drei Freunde« rund um den Luchs.

Seit 2016 kann der Luchs nach fast 200 Jahren Abstinenz wieder im Pfälzerwald gesichtet werden. Um das Pinselohr auch den Kleinsten nahezubringen, veranstaltet das Natur-Erlebnis-Zentrum Wappenschmiede in Fischbach bei Dahn das Umweltbildungsprojekt Luchsauge. Wer gestern bei der Abschlusspräsentation in der Löwensteinhalle in Albersweiler dabei war, konnte erleben, wie begeistert die Schüler von dem neuen Waldbewohner sind. Rund 200 Kinder zeigten hier ihre Arbeiten rund um das Thema Luchs. Neben kreativen Ständen mit „Lapbooks“ zum Aufklappen, selbst gebastelten und gemalten Büchern, einer Luchsfalle aus Holz oder einem Quiz über das Leben des Katzentieres begeisterten die Klassen besonders mit Bühnenauftritten. So riss ein von der Grundschule Albersweiler im Wald gedrehtes Video, das „kleine Jäger“ mit Holzgewehren am Ende zu Beschützern des Luchses werden lässt, die Besucher zu Beifallsstürmen hin. Die Holzpuzzles der Klasse 10 BO des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern stellten die Kinder vor Herausforderungen. Auch Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) kam vorbei. „Habt ihr Angst vor dem Luchs?“, fragte sie die Kinder, die unisono mit einem langgezogenen „Nein“ antworteten. Höfken bemerkte: „Der Luchs soll hier genauso eine Zukunft haben, wie ihr sie hier haben sollt, liebe Kinder!“ Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz stellte das Luchsauge-Projekt kurz vor und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Jägern und Förstern sei. „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn die Arbeit dieser Menschen auf ein wildes Abknallen von Waldtieren reduziert wird und dabei die ökologische Bedeutung außer Acht gelassen wird“, so Idelberger. Heinz Hesping, Vorsitzender der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (Gnor), konnte die Kinder auf seine Seite ziehen, als er zu singen begann. Weit kam er dabei allerdings nicht, erkannten die Schüler doch sofort den Fehler, als Hesping mit „Luchs du hast die Gans gestohlen …“ sein Lied begann. „Luchse stehlen doch gar keine Gänse“, riefen ihm die Kinder entgegen. Pierre Bertrand, auf französischer Seite für das Biosphärenreservat und somit auch für das Luchs-Projekt zuständig, berichtete, dass es auch in Frankreich ein Luchsfest gebe. „Ich will gar nicht sagen, dass ich auf der anderen Seite der Grenze zuständig bin. Denn wir sollten uns doch lieber geben wie die Luchse, die kennen nämlich keine Landesgrenzen.“ Die Begeisterung für die Sache war allen Kindern anzumerken, als sie am Anfang ihrer Vorführungen zusammen das Lied „Zwei kleine Luchse“ vortrugen. Die Klasse 4b der Horstringschule Landau setzte ihren Rap „Ohren gespitzt, der Luchs ist zurück“ ebenso gekonnt in Szene wie ihre Mitschüler, die das Theaterstück Luchsbegegnung aufführten. Auch der Luchstanz der Klassen 3a und 3b der Grundschule Hauenstein war ein Augenschmaus. Die Grundschule Bruchweiler-Bärenbach gefiel mit dem Stück „Die drei Freunde“. Die Schüler der Dr.-Albert-Fink-Schule aus Neustadt-Hambach hielten eine „Tierversammlung“ ab und ergänzten ihren Beitrag mit einem Gedicht. Den Abschluss bildete das lautstark von allen Kindern gesungene Lied von den zwei kleinen Luchsen.

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