Kreis Südliche Weinstraße An die Gewehre
Dass die rund 700 Mitglieder der Kreisgruppe Südliche Weinstraße im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz mit ihrer Führung vollauf zufrieden sind, hat das Wahlergebnis der Jahreshauptversammlung im Haus des Gastes in Bad Bergzabern gezeigt. Sowohl Vorsitzender Klaus Walter (Niederhorbach) als auch sein Stellvertreter Oswald Mohn (Herxheimweyher) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Große Themenvielfalt bot der Bericht des Kreisgruppenvorsitzenden Klaus Walter. Er ging auf den aktuellen Stand der Afrikanischen Schweinepest ein. Einen Beitrag gegen die Ausbreitung dieser Seuche könnten die Jäger der Kreisgruppe nur durch die Reduzierung des Schwarzwildbestandes leisten, sagte er. Die revierübergreifenden Drückjagden seien dazu ein probates Mittel. Im Süden und Westen des Landkreises habe dies schon ganz gut geklappt, aber auch dort gebe es noch Luft nach oben. „Im Norden wäre eine bessere Ausrichtung wünschenswert“, sagte Walter. Leider sei man sich in einer ganzen Reihe von Revieren der Verantwortung bezüglich einer erfolgreichen Reduzierung des Schwarzwilds nicht bewusst. Sollte sich die Seuche lokal beim Schwarzwild ausbreiten, so bestehe die Hoffnung, sie bei geringeren Beständen schneller einzudämmen. Weitere Themen des Kreisgruppen-Vorsitzenden waren die Auswirkungen der Wildwarnreflektoren an Straßen, für die in Kürze eine Statistik aus den mitwirkenden Revieren erwartet werde, sowie die Fallwildentsorgung und deren Vergütung. Thema war auch die Jagdhundesteuer, bei der eine Ermäßigung oder ein Wegfall in den Kommunen leider kein Gehör finde. Als Erfolg sieht Walter die Wildwochen an der Südlichen Weinstraße. Kreisjagdmeister Jörg Siegmund sprach bei rund 3000 erlegten Tieren von einem neuen Rekord beim Schwarzwild. Dabei habe es Steigerungen um bis zu 100 Prozent gegeben, in Nachbarrevieren aber nur stagnierende oder gar rückläufige Zahlen. „Dem einen oder anderen macht die Vermarktung von größeren Strecken zu viel Arbeit“, sagte Siegmund. Der Kreisjagdmeister ist der Meinung, dass diese Jäger die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt hätten und das dem Ansehen der gesamten Jägerschaft schade. Dabei könne es keine Verschnaufpause für die Jäger geben, betonte Siegmund. Beim Rotwild – gemeint sind Hirsche – gab es im abgelaufenen Jagdjahr einen Einbruch bei den Abschusszahlen. Statt der geforderten 148 Stück wurden nur 100 erlegt. Die vorläufige Abschusszahl bei den Rehen betrage 2099, das seien mehr als in den Vorjahren. Beim Niederwild zeichne sich eine leichte Erholung der Hasenbestände in den klassischen Feldrevieren ab. Sorgen machten die starke Zunahme der Rabenkrähe und Elster, vor allem in Wohngebieten. Der Vorstand Vorsitzender: Klaus Walter, Stellvertreter: Oswald Mohn, Schriftführer: Michael Frech, Schatzmeister: Alexander Grassmann und Malte Pietraß, Obmann Schießwesen: Manfred Völlinger, Obmann Jagdhundewesen: Christian Schnepf, Obmann jagdliches Brauchtum: Erhard Bach, Obmann Natur- und Umweltschutz: Christian Pfeiffer.