Kreis Südliche Weinstraße AM RANDE: Digitale Steinzeit in Bad Bergzabern

Di, di, di ding. Die Telekom verbindet. Von wegen: sie trennt, und das tagtäglich unsere ach so modernen Geräte vom weltweiten Netz. Digitale Steinzeit in Teilen von Bad Bergzabern. Und das seit Wochen. Ach, was waren das noch Zeiten, als die Antennen auf den Hausdächern standen und das Telefon eine Wählscheibe hatte! Freilich, es gab nur drei Fernsehprogramme, aber die funktionierten, ob in Farbe oder schwarz-weiß. Und heute? Breitbandausbau ist in aller Munde, die Bundesregierung macht Milliarden locker. Doch was nützt mir das schnelle Internet, wenn es nicht oder nur selten funktioniert? Zauberwort Glasfaser: User (Nutzer) sind elektrisiert – wären sie gerne. Sind sie allerdings nur theoretisch. Seit das Glasfaserkabel verlegt wurde, geht bei uns zu Hause nichts mehr. Auch bei den Nachbarn herrscht oft Funkstille. Aber das wirklich Schlimme ist: Der Haussegen hängt schief. Die Kinder kommen jeden Abend nöhlend runter ins Wohnzimmer, weil sich – merkwürdigerweise immer gegen 20 Uhr – das W-Lan aufhängt und sie aus der Session des Internetspiels Fortnite rausfliegen, das sie mit PC-Kumpels spielen. Geschnauze, Tränen und freche Worte. Bei uns Großen ist die Laune nicht besser, da die Tagesschausprecher als Standbild von der Mattscheibe prangen. Dabei haben wir eigentlich von der Deutschen Telekom das Rundumsorglospaket, genannt „Entertain“, also Telefon, TV und Internet/W-Lan gebucht. 60 Euro im Monat, eine Menge Geld. Immerhin, das ist das Einzige, das funktioniert: Die Telekom erstattet bei jedem Beschwerdeanruf die Teilnahmegebühr nicht nur anteilsmäßig anstandslos noch am selben Tag zurück, sondern seit Wochen werden wir fast tagtäglich zurückgerufen, ob denn jetzt alles in Ordnung sei. Das nervt! So hat es die Magenta-Truppe doch tatsächlich fertiggebracht, an einem Tag 21-mal anzurufen, und das übers Handy am Arbeitsplatz. Doch jetzt dreht die Telekom den Spieß um: Nach dem mehrfachen Eingeständnis, dass es seit dem Anschluss des ach so modernen Glasfaserkabels tatsächlich tagtäglich Störungen gibt, heißt es plötzlich: Unser Receiver (Empfänger), der die Signale an die einzelnen Geräte wie Handy, TV oder PC verteilt, sei nicht mehr dem schnellen Internetkabel gewachsen. Merkwürdig: das Teil hat die Telekom uns erst vor einer Woche nagelneu zugeschickt – wegen des neuen Glasfaserkabels. Liebe Telekom, ich will einfach nur Fernsehen. Danke.