Kreis Südliche Weinstraße Altreifen in Bach und Busch

Was für ein Fund: Am 28. November kippte ein Unbekannter 70 Altreifen auf einem Wirtschaftsweg bei Völkersweiler ab. Die Polizei
Was für ein Fund: Am 28. November kippte ein Unbekannter 70 Altreifen auf einem Wirtschaftsweg bei Völkersweiler ab. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit bei der Suche nach Tatverdächtigen um Mithilfe.

Bad Bergzabern. 70 Altreifen werden auf einem Feldweg bei Völkersweiler abgekippt. Geschehen am 28. November. Für die Entsorgung muss der Steuerzahler aufkommen. „2017 haben die Fälle deutlich zugenommen“, sagt Polizeikommissar Marcel Kübel.

Marcel Kübel versieht seinen Dienst bei der Polizeiinspektion in Bad Bergzabern. Er hat sich des Themas „illegale Entsorgung von Altreifen“ angenommen. Zum einen, weil das Problem in seinem Zuständigkeitsbereich, der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern und dem Südteil der Verbandsgemeinde Annweiler, in diesem Jahr so viel größer geworden ist – allein 14-mal wurden die Bad Bergzaberner Polizisten informiert. „Die Dunkelziffer ist sicher größer, die kleinen Fälle werden uns gar nicht gemeldet“, sagt Kübel. Da holt der Revierförster auch schon mal einen Reifen selbst aus seinem Wald. Und zum Anderen ärgert sich Kübel über die Umweltverschmutzung. „Wir wollen dem Treiben Einhalt gebieten“, sagt er.

Mindestens 100 Euro Kosten pro Abholung

Kübel hat Kontakt mit dem Eigenbetrieb Wertstoffwirtschaft des Kreises Südliche Weinstraße aufgenommen, der für die Entsorgung der illegal abgelegten Altreifen verantwortlich ist. Pro Abholung fallen Kosten von mindestens 100 Euro an. „Einen Reifen zu entsorgen kostet drei Euro, in diesem Jahr wurden in unserem Bereich 799 Reifen gefunden, da sind wir schon bei 2400 Euro“, rechnet Kübel vor. Dazu kommen Arbeits- und Fahrtkosten (siehe „Zur Sache“). Finanzieren darf das die Allgemeinheit. Wer hinter der illegalen Entsorgung von Altreifen steckt, ist Spekulation. Auffällig ist, dass hauptsächlich im Frühjahr, vor allem im März, und im Oktober und November größere Reifenmengen gefunden werden. „Klar, das ist die Zeit, in der normalerweise der Reifenwechsel ansteht“, sagt Kübel. Die großen Mengen sprechen dafür, dass es nicht unbedingt Privatpersonen sind, die ihre Altreifen auf diesem Weg loswerden wollen. Eher eine Autowerkstatt oder jemand, der sich im Nebenerwerb um Autos kümmert. „Möglich, aber das ist, wie gesagt, reine Spekulation“, sagt Kübel der RHEINPFALZ.

Handelt es sich um einen Mehrfachtäter, ist die Polizei zuständig

Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe. „Die Reifen müssen mit einem größeren Fahrzeug transportiert werden“, sagt Kübel, „vielleicht fällt jemand etwas auf. Etwa, wenn er mit seinem Hund spazieren geht.“ Besonders interessant sind die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden. Entsorgt werden die Reifen meist am Waldrand, auf oder neben einem Feldweg oder an einem Bachlauf, wie etwa beim Silzer See. Interessant ist auch, dass an manchen Stellen bereits mehrfach Altreifen gefunden wurden. Was den Verdacht auf einen Wiederholungstäter nahelegt. Normalerweise ist die Kreisverwaltung zuständig, es geht in diesen Fällen um Ordnungswidrigkeiten. „Aber Zeugen können sich natürlich jederzeit bei uns melden. Wir sind näher am Geschehen und auf jeden Fall schneller“, betont der Polizist. Sollte sich aber herausstellen, dass es in allen oder vielen Fällen derselbe Täter war, der auch noch gewerbsmäßig mit Autos zu tun hat, dann wäre es ein Straftatbestand. Und dann wäre auf jeden Fall die Polizei zuständig. Info Wer Beobachtungen zu der illegalen Entsorgung von Altreifen gemacht hat, soll sich mit der Polizei in Bad Bergzabern, Telefon 06343 93340, oder mit dem Eigenbetrieb Wertstoffwirtschaft, Telefon 06341 940421, in Verbindung setzen.

An das Bachufer beim Silzer See haben Unbekannte am 9. Februar rund 80 Reifen geworfen, manche landeten auch im Wasser.
An das Bachufer beim Silzer See haben Unbekannte am 9. Februar rund 80 Reifen geworfen, manche landeten auch im Wasser.
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