Gleisweiler
Altes Schulhaus an Investor verkauft
Thorsten Rothgerber hatte vor seiner Wahl zum Ortsbürgermeister angekündigt, dass in seiner Amtszeit eine Lösung für das alte Schulhaus in Gleisweiler gefunden wird. Die Frage nach der Zukunft der Immobilie, die seit Jahrzehnten hauptsächlich leer steht, nur sporadisch für Veranstaltungen genutzt wurde, wurde im Gemeinderat jedoch oftmals zurückgestellt. Auch, weil bislang immer Emotionen im Spiel waren, meint Rothgerber. Nach zweieinhalb Jahren hat er sein Versprechen aber eingelöst.
Es sei allerdings nicht sein Verdienst, das Ganze sei nur dank der guten Zusammenarbeit im Gemeinderat möglich gewesen. „Wir haben uns konstruktiv mit dem Thema beschäftigt und dabei auch Ideen verworfen. Letztlich können wir aber ein Ergebnis präsentieren“, berichtet Rothgerber.
Eigentümer hatte Vorkaufsrecht
Das Schulhaus ist nun an einen Investor verkauft worden, und zwar für einen Preis von 250.000 Euro. So viel ist das Gebäude laut einer Kostenschätzung auch wert, berichtet Rothgerber. Erworben wurde es von einem Paar aus dem Ort, das sich auf Anfrage der RHEINPFALZ zum derzeitigen Zeitpunkt nicht öffentlich zu seinen Plänen äußern möchte.
Nach Angaben von Rothgerber hat das Paar von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht, das ihm zugestanden hatte. Dabei hatten die neuen Eigentümer zwischenzeitlich von einem Kauf abgesehen. So kam es, dass die Gemeinde auch nach einem anderen Käufer Ausschau hielt. Sieben Investoren bekundeten ihr Interesse. „Sie wollten das Gebäude hauptsächlich in Wohnraum umwandeln, aber es war auch eine Physiotherapie im Gespräch“, berichtet Rothgerber.
Künstlerin wollte Räume mieten
Der Ortschef selbst hatte einen anderen Gedanken ins Spiel gebracht. Er sah die Möglichkeit, ein Teil der Räume zu vermieten. Eine Künstlerin aus Karlsruhe wollte dort eine Galerie einrichten. Doch dieser Idee konnte der Rat am Ende nichts abgewinnen. Das Gebäude sollte stattdessen zu einem Wohnhaus umgewandelt werden, was auch die neuen Eigentümer nach Wissenstand von Rothgerber planen. Die Schlüsselübergabe soll zeitnah über die Bühne gehen, das Gebäude wurde mithilfe von Freiwilligen geräumt. Dabei wurden unter anderem Straßenleuchten und alte Schulbänke herausgekramt.
Was die Geschichte des Gebäudes betrifft: Anfang der 1830er-Jahre errichtet, wurde das damals einstöckige Objekt zunächst als katholisches Schulhaus genutzt. Als dann Jahre später auch das protestantische Schulhaus im Ort nicht mehr nutzbar war, wurde 1878 aufgestockt und dadurch ein weiterer Schulsaal geschaffen. Ende der 1960er-Jahre wurde die Grundschule geschlossen.