Kreis Südliche Weinstraße Alles im Fluss

Der Horbach bei Barbelroth.
Der Horbach bei Barbelroth.

Zunächst ein Blick zurück: Es gab eine Zeit, in der man die sogenannten Gewässer dritter Ordnung, also Bäche, gewissermaßen vor sich hindümpeln ließ. Doch dann wurde die Chance erkannt und wahrgenommen, sie nachhaltig naturnah zu entwickeln, sie zu einem Refugium für Fauna und Flora zu machen und gleichzeitig den Hochwasserschutz zu verbessern. Die Initiativen haben die Verbandsgemeinden zu gestalten, durch die diese Gewässer fließen – und die Landesregierung in Mainz steuert in den meisten Fällen neun Zehntel der Kosten bei. Wie die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Bergzabern auf Anfrage mitteilt, sind in ihrem Zuständigkeitsbereich in der vergangenen fünf Jahren rund 312.000 Euro investiert worden. Dabei zum Zuge kam auch der Erlenbach bei Kapellen-Drusweiler. Die Erhöhung des Dammes zur Optimierung des Hochwasserrückhalts, ein Bachrandstreifen und die Bachausweitung schlugen mit 34.000 Euro zu Buche. Für die Ausweisung von Bachrandstreifen mussten in der VG Grundstücke im Wert von 53.000 Euro aufgekauft werden. Den Löwenanteil der Ausgaben machte das Herstellen der – im Fachjargon – „Durchgängigkeit der Fließgewässer“ aus: 225.000 Euro. Darin enthalten waren Teilabschnitte der Otterbach-Panzergräben, die Fischtreppe am Klingbach in Klingenmünster sowie der Erlenbach West zwischen Oberschlettenbach und Vorderweidenthal. Zur Erinnerung: Schon im Jahr 2002 entstand in Dierbach durch die Flurbereinigung das Regenrückhaltebecken „Zwischen den Gräben“. Mit einer Senke und einem gedrosselten Durchlass an einer Feldwegbrücke wurde erreicht, dass bei zu starkem Oberflächenwasser das neue Becken geflutet und die umliegende Bebauung entlastet werden kann. Möglich macht dies vor allem ein breiter Bachrandstreifen. Ein anderes Projekt gab es in Co-Produktion: Gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Kandel wurden 2006 der Erlenbach und der Horbach auf Vordermann gebracht. Mit einfachen Mitteln, und zwar mit Sandsteinen, entstand in der Nähe von Barbelroth eine Fischaufstiegstreppe. 2011 folgte ein Bachrandstreifen am Rußbach in der Gemarkung Schweighofen. Mit dem entsprechenden Pflanzenbewuchs wurde vor allem das Einschwemmen von Fremdstoffen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen verringert. Am Klingbach in Klingenmünster entstand hinter dem Weingut Porzelt parallel zum Gewässer eine Fischaufstiegsanlage. Immer wieder bestaunt auch von Touristen. „Zugleich wurde das alte Wehr erneuert, die Verkehrssicherheit wieder hergestellt“, unterstreicht die VG-Verwaltung Doch damit der Projekte nicht genug: Für die Zukunft zu nennen ist an erster Stelle die Offenlegung des Erlenbachs im Kurpark Bad Bergzabern (wir berichteten mehrfach). Auch weitere Bachrandstreifen für die natürliche Entwicklung der Gewässer sowie Retentions-, also Stauflächen bei Hochwasser sind ins Auge gefasst. Genaue Standorte werden von der VG-Verwaltung allerdings noch nicht genannt.

Fischtreppe am Klingbach in Klingenmünster.
Fischtreppe am Klingbach in Klingenmünster.
Bachrandstreifen bei Schweighofen früher.
Bachrandstreifen bei Schweighofen früher.
Der naturnah gestaltete Rußbach.
Der naturnah gestaltete Rußbach.
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