Kreis Südliche Weinstraße Alle auf Elektrifizierung der Bahn abgefahren

Bei der Elektrifizierung der Bahnstrecken sehen alle drei Kandidaten Nachholbedarf.
Bei der Elektrifizierung der Bahnstrecken sehen alle drei Kandidaten Nachholbedarf.

«SÜDLICHE WEINSTRASSE.» Torsten Blank (SPD), Dietmar Seefeldt (CDU) und Bärbel Conrad (Grüne) sind die Kandidaten für die Landratswahl am 11. Juni. Wir lassen sie zu Schwerpunktthemen zu Wort kommen. Heute geht es um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

„Mein Grundsatz lautet, alle Kreisbürger, insbesondere auch die Ein- und Auspendler unserer Region, sollen mit dem eigenen Fahrzeug oder mit dem ÖPNV ihre Fahrziele unkompliziert erreichen können“, sagt Dietmar Seefeldt. Ob mit dem Fahrrad, dem (Elektro-)Auto, einem Taxi oder dem öffentlichen Bus beziehungsweise der Bahn – die Mobilitätswünsche der Nutzer müssten gut aufeinander abgestimmt werden. Das Hauptaugenmerk des hauptamtlichen Beigeordneten des Kreises Germersheim liegt auf der Stadtbahn-Anbindung zwischen Karlsruhe und Landau, der Elektrifizierung der Strecke Winden-Bad Bergzabern und generell auf gut aufeinander abgestimmten Takten von Bus und Bahn. Barrierefreie Haltestellen, auch mit Ladesäulen für E-Bikes oder Elektroautos, sind nach Ansicht des Christdemokraten Voraussetzung, dass unterschiedliche Mobilitätsformen und der ÖPNV überhaupt genutzt werden können. Dies müsse ohne großen bürokratischen Aufwand und mit digitaler Unterstützung machbar sein. Die Einführung einer integrierten Mobilitätskarte – für Bus, Bahn, Taxi, E-Bike – und die Verbesserung der individuellen Mobilitätsplanung hat Seefeldt dabei besonders im Blick. Für Torsten Blank gab es an der Südlichen Weinstraße eine gute Entwicklung beim ÖPNV. In diesem Zusammenhang nennt der SPD-Bewerber die Modernisierung der Queichtalstrecke und neue oder erneuerte Bahnhaltepunkte. Auch die Verbindungen ins Elsass seien deutlich besser geworden. In Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Schienenpersonen-Nahverkehr sowie als Mitglied der großen Verkehrsverbünde VRN und KVV seien Vorteile für Südpfalz generiert worden. Der Sozialdemokrat bedauert aber, dass die Elektrifizierung der Bahnstrecke Karlsruhe-Landau-Neustadt nicht weiter vorangetrieben worden sei. Die wäre die zwingende Voraussetzung für eine Ausweitung der S-Bahn. Gute Chancen sehe er, durch die Bahnlinien von Neustadt über Edenkoben, Landau nach Karlsruhe, von Winden nach Bad Bergzabern, von Winden nach Weißenburg und durch die ausgebaute Queichtalstrecke den ÖPNV auf der Schiene zu verbessern. Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans bietet nach Angaben des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Landau-Land die Möglichkeit für Verbesserungen auch der Busverkehre. Besonders im Raum Herxheim gebe es einen Bedarf, auch die Angebote an den Wochenenden und Abenden – vor allem im Interesse auch der jungen Generation – auszuweiten. Der ÖPNV als adäquate Mobilität für Berufspendler, junge Menschen, Familien, Senioren und Touristen gelte es zu entwickeln und zu fördern, sagt Bärbel Conrad. Nach Meinung der Bündnisgrünen wurde eine optimierte Verzahnung von Bus und Bahn versäumt, hier gebe es Luft nach oben. Es bedürfe einer Verbesserung des Busverkehrs in der Fläche, beispielsweise durch den Einsatz kleinerer Busse und eine schnellere Verbindung durch Schnellbusse zu Pendler-Stoßzeiten. Die Umstellung auf Elektrobusse müsse forciert werden. Für die Kreispolitik müsse die Modernisierung des Schienennetzes ein zentrales Thema sein, mit einer Elektrifizierung der Strecke Neustadt-Wörth, die großteils auf SÜW-Gebiet liege, und der Nebenstrecken. Der Ausbau der Zweigleisigkeit zwischen Winden und Wörth und die Einrichtung eines Regional-Expresses auf der Queichtalstrecke würden eine spürbar zeitliche Entlastung für Bahnnutzer und Berufspendler bedeuten und die staugefährdeten Straßen entlasten. Um ein solches Programm umzusetzen und zu fördern, stünden Finanzmittel zur Verfügung, die derzeit für die überdimensionale Planung und den Ausbau der B 10 bereitgestellt werden, „deren vierspurigen Ausbau ich nicht befürworte“, unterstreicht Conrad. Eine ressourcenschonende, intelligente Verkehrsführung sowie die Beseitigung von Problemstellen zur Erhöhung der Sicherheit und des Verkehrsflusses wären dringend notwendig. Leider stünden solche Optimierungen der B 10 im Bestand – auch kreuzungsfreie Auf- und Abfahrten oder eine Lkw-Transitsperrung – beim derzeitigen Verkehrsminister nicht auf der Agenda.

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