Kreis Südliche Weinstraße Abgespecktes Konzept vorgelegt

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Der Stadtjugendring Pforzheim will seine Freizeitstätte Lindelbrunn bei Vorderweidenthal unbedingt erhalten. Doch die finanziell angeschlagene Stadt Pforzheim, der das Gelände gehört, hat dem Stadtjugendring das Budget gekürzt. Das 66 Jahre alte Freizeitlager steht auf der Kippe. Nun werden Alternativen geprüft.

Das beliebte Ausflugsziel Pforzheimer Kids droht dem Sparzwang der Stadt zum Opfer zu fallen (wir berichteten am 24. Juni). 100.000 Euro kostet dessen Unterhalt pro Jahr – ebenso viel wie der Stadtjugendring sparen soll. Auch wenn die Summe eigentlich viel größer sei, weil die Kalkulation der Stadt von einer Unterdeckung der Jahre 2015/16 ausgegangen sei, so Geschäftsführer Hartmut Wagner, der von über 250.000 Euro weniger Geld spricht. Wie Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD) in einer Pressemitteilung klarstellt, ist die Kürzung zwar der Höhe, aber nicht der Sache nach vorgegeben. Nun sind harte Verhandlungen angesagt. Mögliche Szenarien sollen dem Jugendhilfeausschuss am 24. November vorgelegt werden. Dieser und der Gemeinderat könnten dann im Dezember bei den Haushaltsberatungen über die Zukunft der Freizeitstätte entscheiden. Bis dahin bleibe erst einmal der Vorschlag der Verwaltung stehen, dass Lindelbrunn nicht weiter betrieben werden soll, macht Wagner deutlich. Aber er hofft weiterhin, dass eine Lösung gefunden wird. Denn die Südpfälzer Freizeitstätte hat bei den Pforzheimern Kultstatus. Viele waren in jungen Jahres selbst dort und schicken jetzt ihre Kinder dorthin. „Lindelbrunn ist sehr beliebt. Deswegen hat sich in der Stadt Empörung breitgemacht, als die mögliche Schließung bekannt wurde“, berichtet Wagner. Der Stadtjugendring hat der Stadt bereits Alternativvorschläge unterbreitet. Eine Möglichkeit wäre, dass der Betrieb von der Stadtjugendring Betriebs GmbH auf den Stadtjugendring Verein übergeht. „Mit dem Ziel, dass der Verein Lindelbrunn selbstständig und kostendeckend betreiben kann“, erklärt Wagner. Zudem habe der Stadtjugendring der Stadt Lindelbrunn im „abgespeckten Programm“ angeboten. „Wir haben die 100.000 Euro Zuschusskosten auf 60.000 Euro runterkalkuliert“, berichtet Wagner. Diese beinhalten drei bis vier Mini-Jobler aus der Südpfalz, die die Freizeitstätte putzen und kontrollieren sowie einen verantwortlichen Mitarbeiter in Pforzheim – bislang kümmern sich darum zwei Mitarbeiter. „Wir können uns auch vorstellen, neue Zielgruppen anzusprechen und andere Freizeiten anzubieten.“ Der Stadtjugendring habe ein Konzept vorgelegt, mit dem er das gekürzte Budget einhalten könne, dabei zwar andere Einrichtungen schließen, aber Lindelbrunn mit Minimalstandard erhalten könne, so Wagner. Denn Lindelbrunn sei „eine von zwei heiligen Kühen, die nicht geschlachtet werden“, wie Marcus Stahr, Vorsitzender des Vereins Stadtjugendring bei der Vollversammlung des Stadtjugendrings in der vergangenen Woche deutlich machte. Wagner geht davon aus, dass Lindelbrunn zumindest 2017 auf jeden Fall noch betrieben werden wird. Zumal auch Arbeitsverträge an der Sache hingen. Bisher habe die Stadt, der das Gelände gehört, noch keine Äußerungen zu einem möglichen Verkauf gemacht. Sollte sich die Stadt aber wirklich dazu entschließen, dass die Freizeitstätte nicht weiter betrieben werden soll, sieht er zu einem Verkauf keine Alternative, so der Stadtjugendring-Geschäftsführer. |höj

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