Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Überzeugte Pfälzerin Simone Ade-Ihlenfeld übernimmt Pfarrstelle in Offenbach

Schon die Eltern von Simone Ade-Ihlenfeld waren Pfarrer.
Schon die Eltern von Simone Ade-Ihlenfeld waren Pfarrer.

Simone Ade-Ihlenfeld wird am Sonntag, 8. März, 14 Uhr, bei einem Gottesdienst in ihr Amt als neue Pfarrerin der protestantischen Kirchengemeinde Offenbach eingeführt. Bereits am 1. März tritt sie die Nachfolge von Pfarrerin Barbara Schieder an, die fast 15 Jahre in der Gemeinde wirkte und im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde.

„Ich komme in meine Heimat zurück“, sagt Ade-Ihlenfeld. Die 56-Jährige freut sich auf die Arbeit in der 2200 Seelen zählenden Kirchengemeinde, zu der auch Ottersheim gehört. Geboren wurde sie in Speyer. Die Grundschulzeit erlebte sie in Landau. Ade-Ihlenfelds Vater war 17 Jahre auf der Wollmesheimer Höhe als Pfarrer tätig. Sie besuchte das Eduard-Spranger-Gymnasium, wo sie ihr Abitur ablegte. Dann studierte sie in Heidelberg, München und Tübingen.

Nach Abschluss des Studiums folgte ihr Vikariat in Billigheim-Ingenheim. Ihre erste Pfarrstelle bekam sie in Hambach. Von 1995 bis 2005 verschlug es sie mit ihrer Familie nach Sachsen. In Dresden unterrichtete Ade-Ihlenfeld als Religionslehrerin. Aus familiären und beruflichen Gründen kam sie wieder in die Pfalz zurück, wo sie ab 2005 die Pfarrstelle in Weingarten innehatte, ehe sie 2009 in Kandel eine Vollzeitstelle erhielt und dort fünf Jahre blieb. Es folgte bis zum September 2019 das Engagement in der Friedenskirchengemeinde in Wörth-Dorschberg.

Sie bedauert Entscheidung von Papst Franziskus

Ade-Ihlenfeld bezeichnet sich als echte Pfälzerin. Ihre Eltern, beide Pfarrer, haben sie im christlichen Glauben erzogen. Verweisen kann sie auf eine wohl beispiellose Tradition. Mit ihr gibt es in der 13. Generation ununterbrochen Pfarrer in der Familie. „Es ist für mich sehr positiv, dass wir in Offenbach kirchlich geführte Kindergärten haben. Man muss in der Glaubensarbeit wieder von unten anfangen“, sagt die Pfarrerin. Sie will dem, wie sie es nennt, Traditionsabbruch entgegenwirken. Viel liegt ihr an der Ökumene. Es gelte, die anderen in ihrer Tradition zu achten. Sie bedauere die Entscheidung von Papst Franziskus, Frauen den Zugang zu Ämtern in der katholischen Kirche zu verwehren.

Auf die Pfarrstelle in Offenbach musste sich Ade-Ihlendfeld bewerben. Die Gemeinde durfte sich „ihre“ Pfarrerin wählen. Die Zustimmung des Presbyteriums sicherte sie sich wohl nicht zuletzt mit einem gelungenen „Probegottesdienst“ vor den Gläubigen. „Ich wusste ja nicht, wer von den Leuten, die den Gottesdienst besuchten, dem Presbyterium angehört. Aber offensichtlich konnte ich das Gremium überzeugen.“ Ihr Interesse für die Arbeit in Offenbach weckten nicht zuletzt die engagierten Chöre in beiden Gemeinden. Auch der Flötenkreis gefalle ihr. Sie selbst ist begeisterte Musikerin, spielt Querflöte, Klavier und Orgel, hat die C-Prüfung in Kirchenmusik und spielte früher selbst bei Gottesdiensten.

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