Kreis Südliche Weinstraße Überlebenskampf nach Stichen

Das Kind des Ehepaares wurde in Obhut genommen.
Das Kind des Ehepaares wurde in Obhut genommen.

Bad Bergzabern: Mehrfach soll ein 52-jähriger Mann mit einem Messer am Dienstagnachmittag in Bad Bergzabern auf seine 36-jährige Ehefrau eingestochen haben. Sie schwebt in Lebensgefahr. Der Tatverdächtige schweigt zu den Vorwürfen. Das Motiv ist unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Es sind schreckliche Szenen, die sich am Dienstagnachmittag in der Wallonenstraße in Bad Bergzabern abspielen. Während andere sich gerade auf den Heimweg von der Arbeit begeben, sticht ein 52-Jähriger mit einem Messer auf seine Ehefrau ein. Immer wieder. Ein Notruf geht bei der Polizei ein. Die Beamten nehmen den Mann fest. Seine 36-jährige Frau ist blutüberströmt, sie wird in ein Krankenhaus gebracht. Es geht um Leben und Tod. So soll es sich nach den derzeitigen Erkenntnissen der Polizei abgespielt haben. Gestern schwebt das Opfer noch immer in Lebensgefahr. Das teilen die Staatsanwaltschaft Landau und die Polizei in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Noch am Morgen wird der mutmaßliche Messerstecher dem Haftrichter vorgeführt. Er schweigt zu den Anschuldigungen. Der Richter erlässt auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Der Mann wird in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Kriminalpolizei in Ludwigshafen übernimmt die Ermittlungen. Sie dauern an. „Das Motiv ist noch unklar“, sagt die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig gegenüber der RHEINPFALZ. Auch zur Tatwaffe könne sie noch nichts sagen, außer dass es sich um ein Messer handle. Das Kind des Ehepaares wurde in Obhut genommen, sagt sie. Gestern Mittag, die Wallonenstraße in Bad Bergzabern, ein Mehrfamilienhausidyll mit Rosensträuchern in den Vorgärten. Doch das Böse wohnt nicht nur in den Plattenbauten der Stadtränder. Ein Anwohner ist gerade dabei, den Gehweg vor seinem Haus von Unkraut zu befreien, mit einer Spritzpumpe verteilt er Essig auf dem Pflaster. Er hat den Ausgang des Familiendramas am Montagnachmittag beobachtet. Und so erzählt es der Nachbar: Er sitzt vor dem Fernseher, die Nachrichten laufen, als seine Frau laut sagt: „Was ist denn da los?“ Sie hat am Fenster beobachtet, wie ein Mann in der Wallonenstraße auf etwas eintritt. Immer wieder. Sie denkt erst, er trete gegen eine Mauer. Oder ist es vielleicht ein Hund, der womöglich das Kind angegangen ist, das neben dem Wüterich steht? Ihr Mann nimmt das Fernglas in die Hand. Er erblickt aus der Ferne einen blutigen Arm. Schnell wird ihm klar: Es ist keine Mauer oder ein Hund, sondern ein Mensch. Zwei weitere Personen sind schon in der Straße, sie haben ihre Handys am Ohr. Zwei, drei Minuten später treffen zwei Streifenwagen ein, Krankenwagen und Notarzt kommen hinterher. Ihm sei vorher noch nie etwas Beunruhigendes in der Straße aufgefallen, „es ist ein ruhiges Viertel“, sagt der Mann. Mit der Ruhe ist es wohl erstmal vorbei in der Wallonenstraße.

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